Tiere werden Filmstars : Wie ein Hawaiianer Vögel für Hollywood dressiert

Eigentlich wollte er selbst Karriere beim Film machen. Das hat auch irgendwie geklappt, aber anders als gedacht. Bud Clifton arbeitet am Set: Er trainiert Vögel.

Der Papageien-Trainer Bud Clifton übt mit seinen Papageien am 08.05.2015 auf Maui (Hawaii, USA).
Der Papageien-Trainer Bud Clifton übt mit seinen Papageien am 08.05.2015 auf Maui (Hawaii, USA).Foto: dpa

Bud Clifton ist Schauspieler, Sänger und Komiker, aber das ist alles nicht so wichtig. Denn bedeutender ist, dass er der Kinowelt etwas anderes gegeben hat: Vögel. Der Hawaiianer unterhält ein Heim für Vögel auf der Insel Maui und wer da wohnen und Macadamia-Nüsse knabbern will, muss arbeiten. Clifton trainiert Papageien für Kinofilme und Fernsehauftritte und hat es damit zu Aufträgen aus der ganzen Welt gebracht. „Ich habe nie einen Abschluss in Zoologie gemacht und habe nie Ornithologie studiert“, räumt der Amerikaner ein. „Aber diese Tiere sind mir ans Herz gewachsen und ich arbeite mit vielen seit mehr als 30 Jahren“, erzählt er. Dabei wollte er doch selbst Karriere beim Film machen. „Das hat ja auch geklappt. Nur nicht so, wie ich eigentlich gehofft hatte.“ In Dutzenden Filmen und Fernsehserien hat Clifton mitgespielt, auf Hunderten Bühnen hatte er Auftritte. Aber ein Star wurde er nie, nicht einmal ein vertrautes Gesicht.

Der Erfolg kam erst mit dem anderer, dem der Vögel. „Eines Tages wurde ein Papagei als Ausstattung eines Films gesucht und da konnte ich helfen. Und danach wurde ich immer wieder gefragt.“ Heute ist Clifton Hollywoods Mann für Papageien. Wenn ein Pirat einen der bunten Vögel auf der Schulter herumtragen soll, wenn eine Schauspielerin ein Küsschen von einem Ara bekommen soll, wenn ein Papagei in einer Verwechslungskomödie etwas in einen Telefonhörer krächzen soll, dann klingelt das Telefon an Cliftons Gürtel, der mit einer gewaltigen Wasserflasche in der Hand dann vermutlich gerade durch den Regenwald der Hawaii-Insel Maui stapft.

Auf Cliftons Schulter fühlen sich die Papageien wohl

Wann, was soll der Vogel machen, welche Farbe soll er haben - Clifton liefert. „Es geht gar nicht so sehr darum, dass die Vögel irgendwelche Kunststückchen machen“, sagt er. „Es sind sehr intelligente Tiere und man könnte viel von ihnen verlangen. Aber eigentlich geht es nur um Vertrauen.“ Denn auf Cliftons Schulter fühlen sich die Papageien wohl - aber sie sollen ja mit einem Star interagieren. „Dann müssen sie mir so sehr vertrauen, dass sie sich auch von einem Fremden in die Hand nehmen lassen, selbst wenn die Scheinwerfer grell sind und es dampft und knallt.“ Was die Vögel mit sich machen lassen, zeigt er gern den Besuchern seines Refugiums.

Breitwillig setzen sie sich bei den Gästen auf den Kopf und auf ein Zeichen Cliftons breiten sie majestätisch die Flügel aus. Oder tippeln hin und her. Oder stellen sich einfach tot und legen sich auf den Rücken. „Ich werde nie den Eindruck los, dass sie genau so gern schauspielern wie ich“, sagt er. Lady Gaga hat schon einen seiner Vögel auf dem Kopf gehabt, Jerry Garcia von Grateful Dead und Snoop Dogg. „Barack Obama war schon bei mir, da war er noch nicht Präsident“, erzählt der Hawaiianer. Auch Elton John sei begeistert gewesen und habe großzügig für das Vogelrefugium gespendet.

Dan Aykroyd habe in „Undercover Cops“ mit seinen Vögeln gespielt und Steve Martin in „L. A. Story“ auch. „Jeder hier auf Maui kennt „Bud, the Birdman““, sagt Zeoc Mosheyev, der in der Umgebung eine Biofarm betreibt. „Man tut ihm wohl nicht Unrecht, wenn man ihn als komischen Kauz bezeichnet, aber jeder mag ihn und was er für die Vögel tut - und unser Verständnis für diese Tiere - ist enorm.“ Mittlerweile sei Clifton eine Sehenswürdigkeit auf Maui - oder besser es seien seine Vögel. Clifton nimmt den „Kauz“ gern hin. „Ja, ich bin sicher ein Sonderling. Das muss man vielleicht auch, wenn man so viel mit den Tieren arbeitet.“ Zeitverschwendung sei das nicht eine Sekunde: „Einige Papageien werden 100 Jahre alt. Ihr mögt sie ja ulkig finden. Aber vielleicht sitzen sie gerade auf Deiner Schulter und denken: Lache Du nur. Ich krächze hier noch, wenn Du längst weg bist.“ (dpa)

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