Tierschutz : Auf den Hund gekommen

Jetzt müssen die Hunde ran: In Dresden macht ein Wolf die Schafsherden unsicher. Weder Zaun noch Flatterbänder halten ihn ab. Bisher starben 31 Tiere - Herdenschutzhunde sollen die Schafe jetzt bewachen.

DresdenWegen eines offenbar besonders klugen Wolfes prüft Sachsen den Einsatz einer mobilen Gruppe von Herdenschutzhunden. Das Raubtier lasse sich nicht mehr durch die stromführende Standardeinzäunung der Weiden sowie zusätzliche Flatterbänder von der Schafsjagd abhalten, teilte das sächsische Umweltministerium am Donnerstag in Dresden mit. Die bisher als verlässlich geltenden Schutzeinrichtungen seien augenscheinlich kein Hindernis mehr für den Wolf.

Der Herden durch eigene Hunde schützen

Der Freistaat testet seit Donnerstag drei Monate lang den Einsatz dreier Herdenschutzhunde aus der Schweiz. Die Kosten dafür übernimmt die Naturschutzverwaltung. Zugleich mahnte Umweltminister Frank Kupfer (CDU) die Schafzüchter, die Herden weiterhin durch Zäune oder eigene Hunde zu schützen. Habe sich der Wolf erst einmal an das Schaf als leichte Beute gewöhnt, jage er nicht länger das Reh im Wald.

Allein in den vergangenen drei Monaten haben den Angaben zufolge Wölfe zehn Herden in Sachsen angegriffen. Dadurch verloren die Schäfer bisher 31 Tiere. Im Land leben laut Ministerium derzeit vier Rudel mit insgesamt bis zu 17 erwachsenen Tieren. Hinzu komme eine unbekannte Zahl an Jungtieren. (eb/ddp)

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