Tierseuche : Bauernverband wegen Blauzungenkrankheit alarmiert

Die für Schafe, Ziegen und Rinder gefährliche Blauzungenkrankheit breitet sich dramatisch schnell aus. Der Erreger führt vor allem bei Schafbeständen zu Tierverlusten bis zu 80 Prozent.

BerlinDas Präsidium des Deutschen Bauernverbandes (DBV) äußerte sich in Berlin sehr besorgt darüber und forderte gemeinsam mit der Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände (VDL) die schnellstmögliche Bekämpfung sowie finanzielle Hilfen. Die Erreger der Blauzungenkrankheit seien für den Menschen ungefährlich, so dass Fleisch- und Milchprodukte ohne Bedenken verzehrt werden können. "Die aufgetretenen Verluste gerade in der Schafhaltung sind alarmierend. Auch die Rinderhaltung ist erheblich betroffen", so der DBV.

Mehrere hundert Betriebe seien bereits in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen, Saarland und Niedersachsen von dem Virus befallen, erklärte das Präsidium nach seiner Sitzung. "Auch in anderen Bundesländern schreitet die Blauzungenkrankheit unerbittlich voran." Anders als im Vorjahr sei die Ausbreitungsgeschwindigkeit dramatisch. Der Erreger führe vor allem bei den Schafbeständen zu
Tierverlusten von bis zu 80 Prozent. "Die erkrankten Schafe verenden zum Teil qualvoll." Die Tiere leiden unter Fieber, schaumigen Speichelfluss, Geschwüren an den Klauen oder auch inneren Blutungen. Der Maulbereich und die Zunge färben sich blaurot.

Die Entschädigung aus den Tierseuchenkassen deckten nur einen Teil der auftretenden Verluste für den Tierhalter ab, erläuterten die Verbände ihre Forderungen nach finanziellen Hilfen seitens EU, Bund und Länder. Zudem müsse die Forschung vorangebracht werden, denn spätestens bis zum Frühjahr 2008 müsse der passende Impfstoff ausreichend verfügbar sein. In der EU sollten Wissenschaft und Forschung der betroffenen Länder wirkungsvoll kooperieren.

Die Blauzungenkrankheit war im vergangenen Sommer in Nordrhein-Westfalen, in Belgien sowie in den Niederlanden und Nordfrankreich aufgetreten, bevor sie sich weiter ausbreitete. Zuvor war die Tierseuche eher in Afrika und im Süden Europas bekannt.
(mit dpa)

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