Tierseuche : Farmer bereiten nach MKS-Ausbruch Klagen vor

Nach dem Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in Großbritannien wird weiter nach den Verantwortlichen gesucht. Farmer wollen möglicherweise gegen die Betreiber der Labore klagen, aus denen das Virus entwichen sein soll.

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Wie gelangten die MKS-Viren in die Umwelt? -Foto: dpa

LondonBritische Farmer stellen sich angesichts von Schäden durch die Maul- und Klauenseuche auf mögliche Klagen in Millionenhöhe gegen Labor-Betreiber ein. Der Nationale Farmerverband (NFU) spreche darüber bereits mit Anwälten, sagte NFU-Präsident Peter Kendall dem Sender BBC. Unabhängige Ermittler hatten zuvor erklärt, der Erreger sei mit "großer Wahrscheinlichkeit" aus einem der beiden Labore in der rund 60 Kilometer von London entfernten Ortschaft Pirbright entwichen.

Nach Angaben der "Times" schließen Inspekteure einen "Sabotageakt" nicht aus. Eine Bestätigung für eine zielgerichtete böswillige Verbreitung des Virus gibt es jedoch bisher nicht. Premierminister Gordon Brown rief die Epidemie-Experten auf, nach ihrem ersten Zwischenberichtes am Dienstagabend so schnell wie möglich konkretere Erkenntnisse zu dem Virusherd vorzulegen. Für heute Abend werden dazu weitere Informationen erwartet.

Gelangten Viren über Abwasseranlage in die Umwelt?

Laut BBC konzentrieren sich die Ermittlungen inzwischen auf die Laboreinrichtungen der US-Firma Merial Animal Health. Unter anderem prüften die Ermittler, ob möglicherweise MKS-Viren in die Abwasseranlage des Merial-Labors gelangt seien und dann von Mitarbeitern versehentlich oder gar wissentlich auf die Farmen übertragen wurden.

Das Unternehmen erklärte heute erneut, es gebe keinerlei Beweise dafür, dass das MKS-Virus aus seinen Einrichtungen auf umliegende Farmen verbreitet wurde. Die Firma kooperiere weiterhin mit den Inspekteuren, die von der Regierung mit der Ursachenforschung beauftragt wurden.

Virus könnte auch aus Institut für Tiergesundheit stammen

Die Inspekteure haben bislang auch nicht ausgeschlossen, dass das Virus aus dem staatlichen Institut für Tiergesundheit (IAH) in Pirbright stammen könnte. Allerdings durfte das Institut seine Arbeit inzwischen wieder aufnehmen, während bei der Firma Merial die Herstellung von MKS-Impfstoffen weiterhin ruht.

Vorher waren dort nach Erkenntnissen der Inspekteure rund 10.000 Liter eines MKS-Impfstoffes hergestellt worden. Im IAH seien hingegen MKS-Viren "nur in geringem Umfang" für Forschungszwecke verwendet worden. In beiden Fällen handelte es sich um einen bereits 1967 isolierten MKS-Virenstamm, der in der Natur nicht mehr vorgekommen, nun aber auf den bislang zwei befallenen Farmen entdeckt worden war. Alle rund 220 Tiere der beiden Farmen in der Nachbarschaft der Labore wurden inzwischen getötet. (mit dpa)