Welt : Tipps für Autofahrer: Im Tunnel hilft nur Ruhe

Andreas Oswald

Unter deutschen Urlaubern geht die Angst um. Die Unfälle in Österreich, vier in vier Tagen, mit insgesamt acht Todesopfern, haben erhebliche Unsicherheitsgefühle ausgelöst. Der ADAC in München registriert seit Tagen erheblich mehr Anrufe. Den Besorgten werden zahlreiche Tipps auf die Fahrt mitgegeben. "Das oberste Gebot heißt Ruhe bewahren", sagt Sabine Behr vom ADAC. Die Fahrer sollten innerhalb der angegebenen Geschwindigkeitsbegrenzungen zügig durchfahren, wenn die Situation es erlaube. Das Problem sei, dass ängstliche Fahrer oftmals entweder zu langsam oder zu schnell führen und damit eine Gefahrenquelle darstellten. "Es sind weniger die notorischen Raser, die im Tunnel zu schnell fahren", sagt Sabine Behr. Es seien vor allem Ängstliche, die einer für sie bedrückenden Gefühlslage entkommen wollten.

Bei einem Stau dürften Fahrer auf keinen Fall wenden. Die Ausnahme sei, dass die Polizei die Fahrer zum Wenden aufforderten. Der Sicherheitsabstand solle auf jeden Fall eingehalten werden. Bei einer Panne sollte unter allen Umständen versucht werden, zur nächsten Haltebucht zu gelangen, damit der Verkehr nicht zum Stehen kommt und bei anderen Fahrern Panikgefühle aufkommen, die die Sicherheit gefährdeten.

Immer wieder käme es vor, dass Autos wegen Bagatellen im Tunnel stehen bleiben. Wegen Benzinmangels zum Beispiel. Wenn es zum Pannenfall oder zum Unfall kommt, sind Fahrer angeraten, nicht über das Handy Hilfe anzufordern sondern über die Notrufsäule. Dadurch hätte die Polizei sofort zuverlässige Informationen über den Standort.

Ein Unfall in einem Tunnel ist vor allem der Alptraum von Familienvätern und Müttern, die mit ihren Kindern im Auto sitzen. Die Berichte über schwere Unfälle lassen sie jedoch oft ratlos, gibt es doch zum Tunnel kaum eine Alternative, wenn sie durch die Alpen fahren wollen. Wer den Tunnel meiden möchte, muss auf kleine Landstraßen und Passstraßen ausweichen. Die sind ebenfalls nicht übermäßig sicher. Sie sind oft überlastet, kurvenreich, sehr eng, weisen große Steigungen und Gefälle auf und sind für den Fahrer nervenaufreibend. Wer dauernd große Lastwagen von oben kommen sieht, wie sie versuchen um die Kurven zu kommen, der bekommt mitunter mehr Angst um seine Familie als im Tunnel. Wer sich nicht verfahren will, braucht gutes Kartenmaterial. Außerdem führen auch die Landstraßen in den Alpen oft durch viele Tunnels. Auch geht viel Zeit verloren. In manchen Fällen müssen Fahrer riesige Umwege in Kauf nehmen, wenn sie einen Tunnel meiden wollen.

Wer nicht selbst durch den Tauerntunnel fahren möchte, kann auf den Bahntunnel ausweichen. Dann fährt er zwar auch durch den Tunnel, aber nicht selbst, sondern auf der Bahn. Bleibt noch das Flugzeug. Aber dann haben die Urlauber kein Fahrzeug am Urlaubsort.

Der ADAC weist darauf hin, dass Unfälle wie die jüngsten nicht nur im Tunnel, sondern täglich auf ganz normalen Straßen vorkommen. Vielleicht beruhigt das manchen.

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