Titanic : Gegen einen Berg von Mythen

Vor 100 Jahren stach die Titanic in See. Seither ist vieles behauptet worden – Richtiges und Falsches. Eine Übersicht.

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Kaum eine Katastrophe bewegt die Menschen auch nach 100 Jahren noch so sehr wie der Untergang der Titanic. Am 15. April 1912 sank der Luxusliner im Atlantik. 1514 Menschen starben. Eine Berlinerin hat überlebt.Weitere Bilder anzeigen
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08.04.2012 12:27Kaum eine Katastrophe bewegt die Menschen auch nach 100 Jahren noch so sehr wie der Untergang der Titanic. Am 15. April 1912 sank...

Seit das Wrack der Titanic 1985 in 3800 Metern Tiefe im Nordatlantik gefunden wurde, haben Experten die Reste des luxuriösen Dampfers erkundet, erforscht und mit den vorhandenen Informationen abgeglichen. Viele Mythen um das vor hundert Jahren versunkene Schiff konnten seitdem aufgeklärt oder korrigiert werden. Vom vierten Schornstein, der nur eine Attrappe gewesen sein soll, und es auch war. Vom Retten der Passagiere vor allem der ersten Klasse und dem Eisberg, der die Titanic längsseitig komplett aufgeschlitzt hat.

Zu wenig Rettungsboote

Wenn die Titanic die Anzahl der Rettungsboote an Bord gehabt hätte, die der erste Designer Thomas Andrews vorgesehen hatte, nämlich 48, dann hätten die 2224 Menschen an Bord theoretisch überleben können. Allerdings hatte die Reederei „White Star Line“ im weiterenVerlauf der Fertigstellung beschlossen, 16 Rettungsboote und 4 Faltboote müssten reichen. Mehr Boote hätten mehr Personal erfordert und mehr Platz auf den Promenadendecks geraubt. Die vorhandenen reichten für etwa 1000 Menschen.

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Titanic-Film von 1912 "In Nacht und Eis"
Titanic-Film von 1912 "In Nacht und Eis"

Gefüllt wurden die Boote, von denen die Großen etwa 60 Menschen aufnehmen konnten, aber nur mit den 700 Passagieren und Schiffsangestellten, die schließlich gerettet wurden. Eine ganze Reihe von Booten ging halb leer auf die Reise, weggetrieben von der Angst derer, die schon einen Platz hatten, weil die Zeit knapp wurde oder weil vielleicht eine Befestigung riss. Mit ihren knapp bemessenen Rettungsbootplätzen erfüllte die Titanic dabei noch die damals gültigen Bestimmungen des britischen Handelsministeriums.

Genug Rettungswesten

Es gab für die Menschen an Bord genug Rettungswesten. Westen, wie sie damals aus Kork gefertigt wurden. Bei den Wassertemperaturen um den Gefrierpunkt im April im Nord-Atlantik überlebt der Mensch jedoch nur Minuten, keine Stunden im Wasser, wie der Physiker Metin Tolan in seinem Buch „Titanic mit Physik in den Untergang“ ausführt. Da nützt auch keine Rettungsweste. Zumal der Körper im Wasser viel schneller auskühlt als an der Luft.

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