Tochter geboren : Neue "Hoffnung" für Kumpel in Chile

Einer der seit 40 Tagen in einer chilenischen Mine eingeschlossenen Kumpel hat am Dienstag Grund zum Jubel gehabt: Seine Frau brachte im Krankenhaus der nahe gelegenen Stadt Copiapó ein gesundes Mädchen auf die Welt.

Als letzten der 33 verschütteten chilenischen Bergleute empfing Präsident Sebastian Pinera den Vorarbeiter Luis Urzua. Er wurde um kurz vor drei MESZ, 27 Stunden nach der Rettung des ersten Bergarbeiters, befreit.Weitere Bilder anzeigen
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14.10.2010 08:26Als letzten der 33 verschütteten chilenischen Bergleute empfing Präsident Sebastian Pinera den Vorarbeiter Luis Urzua. Er wurde um...

Die kleine Esperanza, was auf Deutsch Hoffnung heißt, wiegt gut drei Kilogramm, ist 58 Zentimeter groß und bei bester Gesundheit, berichtete das Fernsehen.

Den Namen hätten die Eltern, Ariel Ticona und Elizabeth Segovia, in Anlehnung an das Zeltlager "Campamento Esperanza" (Lager der Hoffnung) gewählt. Dort campieren Angehörige der Bergleute seit Wochen bei der Mine San José im harschen Klima der Atacama-Wüste.

Eigentlich wollte Ticona ja bei der Geburt dabei sein. Das war durch das Bergwerksunglück am 5. August unmöglich geworden, als ein Stollen einbrach und die insgesamt 33 Kumpel in 700 Meter Tiefe eingeschlossen wurden. Zum Trost wird der stolze Vater aber jedenfalls eine Aufnahme der Geburt seines dritten Kindes mit Hilfe eines Videokabels sehen können, das durch eine der engen Versorgungsröhren in der Tiefe gelassen wurde.

Ein Familienmitglied filmte die Geburt per Kaiserschnitt und die glückliche, wenn auch erschöpfte Mutter mit Esperanza, die eine rosa Mütze auf dem kleinen Kopf trug. Zwar verpasst der Vater nun die ersten Lebenswochen seiner Tochter, aber wenn die Bergleute wie geplant bis spätestens Dezember gerettet werden, kann er noch viele Windeln wechseln, nachts Milchfläschchen erwärmen und an seinen freien Tagen die Kinderspielplätze der Stadt erkunden.

Die Rettungsbohrungen für die 33 eingeschlossenen Bergleute kamen weiter voran. Zwei Bohrer arbeiteten sich bisher auf eine Tiefe von etwa 300 Meter vor. Technische Probleme hatten zeitweise zu Verzögerungen geführt. (dpa)

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