• Tod durch Überarbeitung: Japanische Firma haftet für Selbstmord eines Mitarbeiters nach 80 Arbeitsstunden pro Woche

Welt : Tod durch Überarbeitung: Japanische Firma haftet für Selbstmord eines Mitarbeiters nach 80 Arbeitsstunden pro Woche

Japans größte Werbeagentur Dentsu Inc. hat die Verantwortung für den Selbstmord eines Angestellten übernommen und sich zur finanziellen Entschädigung seiner Eltern bereit erklärt. Die Eltern des Dentsu-Mitarbeiters Ichiro Oshima erhielten 168 Millionen Yen (rund 3,3 Millionen Mark), teilte das Unternehmen am Freitag mit. Dem außergerichtlichen Vergleich war ein Urteil des Obersten Gerichtshofes vorausgegangen, das Dentsu für den Selbstmord des 24-Jährigen durch Überarbeitung haftbar gemacht hatte. Oshima hatte sich 1991 umgebracht, nachdem er zuvor durchschnittlich 80 Stunden in der Woche gearbeitet hatte. Einige seiner Schichten hatten von neun Uhr morgens bis sechs Uhr früh am folgenden Tag gedauert.

Dentsu teilte mit, die Firma werde in Zukunft genau über die Arbeitsbedingungen und den Gesundheitszustand ihrer Mitarbeiter wachen, damit sich ein solcher Vorfall nicht wiederhole. Das Urteil des Obersten Gerichts im März gilt als wegweisend, weil erstmals ein Unternehmen für den Tod eines Mitarbeiters durch Überarbeitung verantwortlich gemacht wurde. Diese Todesursache ist in Japan als "Karoshi" bekannt.

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