Tod von Trayvon Martin : Ein Name spaltet die USA

Nach der Empörung um den Tod des jungen Afroamerikaners ändert sich jetzt die Tonlage. Der Schütze hatte eine Wunde am Hinterkopf und blutete aus der Nase. Die Debatte um das "Notwehrgesetz" in Florida geht weiter.

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Der selbsternannte Nachbarschaftswächter George Zimmerman erschoss einen schwarzen Jugendlichen - und kam wieder auf freien Fuß. Daraufhin entbrannte eine hitzige Debatte über Waffengesetze und Rassismus in den USA.Alle Bilder anzeigen
Foto: dapd
23.03.2012 09:09Der selbsternannte Nachbarschaftswächter George Zimmerman erschoss einen schwarzen Jugendlichen - und kam wieder auf freien Fuß....

Warum musste Trayvon Martin sterben? Seit einer guten Woche bewegt das Schicksal des 17-jährigen Afroamerikaners die USA. In vielen Städten gibt es Solidaritätsdemonstration. In Talkshows diskutieren Eltern die unbeabsichtigten Nebenbotschaften von Kleidungsmoden Jugendlicher: Ist es einfach nur „cool“, einen „Hoodie“ zu tragen, einen Kapuzenpulli – oder kann die tief ins Gesicht gezogene Kapuze verdächtig wirken, als habe da jemand etwas zu verbergen?

Fast täglich kommen neue Details um Trayvons Tod ans Licht, die die ersten schnellen Bewertungen als Vorurteile entlarven. Die Entwicklung zeigt, wie Medien und Interessengruppen eine Tragödie mit komplexem Hintergrund durch ihre Wortwahl und ihre Auswahl emotionaler Bilder in Klischees zu pressen versuchen, Wissenslücken mit Mutmaßungen füllen und vieles, was nicht ins gewünschte Bild passt, weglassen. Rechte wie Link nutzen den Fall, um Verschwörungstheorien zu kultivieren.

Zu einem nationalen Thema war Trayvon Martin überhaupt erst vier Wochen nach seinem Tod geworden. Gewöhnlich wohnt er in einem schwarzen Vorort der Großstadt Miami, Florida, bei seiner geschiedenen Mutter. Am 26. Februar war er zu Besuch bei der Freundin seines Vaters in Sanford, 400 Kilometer weiter nördlich. Sie wohnt zur Miete in einer geschlossenen und durch Zäune geschützten Anlage, in der es wiederholt Einbrüche gegeben hatte. Anwohner haben sich zu einer Wachtschutzgruppe zusammengeschlossen und patrouillieren.

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