Welt : Todesfalle

Ralph Schulze

Bei einem schweren Unwetter auf der Kanareninsel La Palma sind nach Angaben des Auswärtigen Amts in Berlin drei Menschen ums Leben gekommen. Einer von ihnen stamme aus Hessen, sagte ein Ministeriumssprecher am Mittwoch. Die Identität der beiden anderen stehe noch nicht fest. Am Dienstagnachmittag hatte sich für rund 150, meist deutsche und österreichische Touristen ein Besuch der berühmten "Schlucht der Todesängste" in einen Albtraum verwandelt.

Die Touristen waren in der steilen Gebirgsschlucht von einer plötzlichen meterhohen Flutwelle überrascht worden und mussten um ihr Leben rennen. Den meisten gelang es im letzten Moment, sich aus der Schlucht auf höher liegendes Terrain zu retten. Doch wenigstens sieben Personen wurden nach Angaben eines Bergführers von den Wasser- und Geröllmassen mitgerissen. Bis zum Mittwochnachmittag konnten die Retter erst drei Todesopfer bergen. Es wird angenommen, dass auch die anderen vier Wanderer der deutschen Urlaubergruppe ertrunken sind.

Die Besatzung eines Rettungsschraubers sah zwei Körper im abwärts schiessenden Wasser treiben, ohne die Personen bergen zu können. Auch die genaue Zahl der Vermissten war gestern noch unklar. Einer der Wanderer, ein junger Spanier, beschrieb nach seiner Rettung die wohl dramatischsten Sekunden seines Lebens: "Wir waren in der Schlucht und ich hörte plötzlich hinter uns ein lautes rollendes Geräusch. Ich drehte mich um und sah, wie atemberaubend schnell eine Wasser- und Schlammlawine auf uns zuschoss. Ich rief nur zu meinen Freunden: Lauft, lauft so schnell ihr könnt..."

Ein Besuch im "Barranco de las Angustias" gilt für viele Urlauber auf La Palma als einer der Höhepunkte ihres Aufenthaltes. Die Schlucht führt von einem erloschenen Vulkankrater, der "Caldera de Taburiente", hinunter bis zur Küste und sie ist der einzige Zugang zu der bizarren Kraterlandschaft, deren Gipfel auf über 2000 Meter ansteigen.

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