Welt : Todesopfer in Bayern, Krisenstab in Dresden

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Zunächst hatten die Einwohner im oberpfälzischen Kallmünz die Hochwasserflut noch gelassen genommen: „Das kommt häufiger vor“, sagten sie. Die Feuerwehr schien alles im Griff zu haben, der Bootsverkehr funktionierte, Waschmaschinen und Kühlschränke waren vorsorglich aufgebockt. Doch mit der Nachricht vom Ertrinkungstod einer Frau am Samstagnachmittag änderte sich die Lage schlagartig. Die Menschen waren schockiert. Im Ortsteil Schirndorf hatten die Rettungskräfte die Leiche der 75jährigen Frau aus den Fluten geborgen. Ersten Informationen zufolge war sie am Morgen mit dem Fahrrad als Zeitungsausträgerin unterwegs. Sie stürzte und blieb liegen, wurde von den Fluten erfasst und ertrank.

Die Menschen in vielen deutschen Hochwassergebieten können aufatmen: Die Lage hat sich im Laufe des Sonnabends deutlich entspannt. An der Mosel fielen die Pegel in der Nacht zu Samstag kräftig. Auch in einigen fränkischen Gemeinden ging das Hochwasser zurück. Die Pegelstände des Rheins stiegen deutlich langsamer als erwartet. Doch ist das Schlimmste noch nicht überall überstanden. In Teilen Bayerns und in Dresden verschärfte sich die Lage. In Dresden wurde ein Krisenstab eingerichtet. In den kommenden Tagen können fast alle Regionen auf Entspannung hoffen, da die Temperaturen sinken und statt Regen höchstens Schnee erwartet wird. Im oberfränkischen Coburg waren die starken Überschwemmungen in der Innenstadt weitgehend zurückgegangen. Auch im unterfränkischen Bad Kissingen wurde es besser. dpa

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