• Todesstrafe: Mexikaner in Texas trotz Intervention von US-Regierung hingerichtet

Todesstrafe : Mexikaner in Texas trotz Intervention von US-Regierung hingerichtet

Trotz Interventionen der US-Regierung und Mexikos hat der US-Bundesstaat Texas das umstrittene Todesurteil gegen einen Mexikaner vollstreckt.

Die US-Regierung hatte vergeblich dafür plädiert, die Hinrichtung des 38-jährigen Mexikaners Humberto Leal García zu stoppen. Am Donnerstagabend (07.07.2011) wurde der wegen Mordes Verurteilte im Bundesstaat Texas hingerichtet.
Die US-Regierung hatte vergeblich dafür plädiert, die Hinrichtung des 38-jährigen Mexikaners Humberto Leal García zu stoppen. Am...Foto: AFP

Der wegen Mordes zum Tode verurteilte Humberto Leal García wurde am Donnerstag um 18.21 Uhr Ortszeit (01.21 Uhr MESZ) im Gefängnis von Huntsville hingerichtet, wie die Behörden mitteilten.

Zuvor hatte die US-Regierung den Obersten Gerichtshof des Landes vergeblich dazu aufgefordert, die Hinrichtung des 38-Jährigen zu stoppen, da sie den außenpolitischen Interessen der USA „irreparablen Schaden“ zufügen würde. Der Gerichtshof lehnte einen Aufschub der Hinrichtung jedoch nur eine Stunde vor dem festgesetzten Exekutionstermin mit fünf gegen vier Stimmen ab.

Leal war 1998 wegen Vergewaltigung und Ermordung einer 16-Jährigen schuldig gesprochen worden. Allerdings hatte der Sohn mexikanischer Einwanderer keine konsularische Hilfe bekommen, wie es die Wiener Konvention über diplomatische Beziehungen vorschreibt. Mexiko hatte die geplante Exekution als Verletzung des Völkerrechts kritisiert. Der Internationale Gerichtshof (IGH) in Den Haag hatte im Jahr 2004 gerügt, dass insgesamt 51 mexikanische Todeskandidaten in den USA entgegen der Wiener Konvention nicht über ihr Recht auf konsularischen Rechtsbeistand aufgeklärt worden waren. Der IGH hatte die USA deshalb aufgefordert, ihre Verfahren zu prüfen.
Der höchste Vertreter der US-Regierung vor dem Supreme Court, Donald Verrilli, hatte das Gericht in der vergangenen Woche aufgefordert, die Vollstreckung des Todesurteils zu stoppen. Bei einer Hinrichtung Leals würden die USA ihre Verpflichtungen gemäß internationalem Recht verletzen. Dies könne „schwerwiegende Auswirkungen haben auf die Außenbeziehungen der USA, auf die Zusammenarbeit im Bereich der Verbrechensbekämpfung und auf anderen Gebieten mit Mexiko und auf die Möglichkeit ins Ausland reisender US-Bürger, im Falle einer Verhaftung konsularischen Beistand zu erhalten“, warnte Verrilli.

Leal hatte die Vorwürfe bis zuletzt bestritten. In seinen letzten Worten vor der Hinrichtung sagte der Hirngeschädigte nach Angaben der Gefängnisverwaltung, ihm tue es „leid für alles, was ich getan habe“ und er „übernehme die volle Verantwortung“. „Lasst dies vorüber und erledigt sein.“ Leals Anwältin sagte kurz vor der Hinrichtung, hätte ihr Mandant konsularische Hilfe bekommen, wäre er vermutlich nie schuldig gesprochen „und schon gar nicht zum Tode verurteilt worden“.

In Texas werden die meisten Todesurteile in den USA vollstreckt. Seit Wiedereinführung der Todesstrafe 1976 wurden in den USA etwa 1260 Menschen hingerichtet, 471 davon in Texas. 3248 weitere zum Tode verurteilte Häftlinge sitzen derzeit in US-Gefängnissen. (AFP)

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