Welt : Tornado voraus

Ein heftiger Wirbelsturm im Gewitter und zehn Meter hohe Wellen hoch am Wind vor der australischen Küste südlich Sydneys haben den Seglern der dritten Etappe des Volvo Ocean Race einen gehörigen Schrecken eingejagt. Sie beutelten vor allem die Teilnehmer der traditionellen Regatta von Sydney nach Hobart, von denen mehrere mit Materialschäden aufgeben mussten. Das hielt sie nicht vom Fotografieren ab.

Der Tornado fordert seinen Tribut: Nachdem die schwedische "SEB" in der Nacht zum Freitag die dritte Etappe mit Ruderbruch aufgeben musste, meldete auch Skipper John Kostecki (USA) eine ganze Serie von Schäden auf der Leverkusener Rennyacht "illbruck". Deshalb musste die deutsche Rennyacht am dritten Tag erstmals die Führung an Kevin Shoebridges Tyco (Bermuda) abgeben. Doch das Rennen bis zum Zwischenstopp in Hobart (Tasmanien) ist noch lange nicht entschieden.

In der aufgewühlten Bass Strait, der berüchtigten Wasserstraße zwischen dem australischen Festland und Tasmanien, sorgte in haushohen Wellen ein erneuter Wassereinbruch in der vorderen Bugsektion der "illbruck" für Schreckminuten. Der lief jedoch glimpflicher ab als der vorangegangene während der zweiten Etappe. Die Crew konnte das eingedrungene Wasser schnell abpumpen. Außerdem hatte die Mannschaft einen Riss im Großsegel und ein zerfetzten Vorsegel zu beklagen.

Über den Anblick des Tornados berichtete Kostecki von Bord: "Niemand von uns hat jemals so etwas erlebt. Und wir hoffen alle, dass wir das nie wieder erleben müssen."

Bei den inzwischen schwächer gewordenen Winden arbeiten die Mannschaften auf Hochtouren, um die Schäden an Deck und Ausrüstung zu beheben. Das erste Drittel dieser dritten Etappe über insgesamt 2050 Seemeilen, in dessen Rahmen die Volvo-Flotte am berühmten Sydney-to-Hobart-Race teilnimmt, geht für die Mehrheit der Yachten am Samstag zuende. Unter den Teilnehmern an dieser 57. Auflage des Klassikers Sydney-to-Hobart-Race mussten im Sturm bereits 16 der insgesamt 75 Teilnehmer aufgeben.

Bis zur fünftplatzierten Assa Abloy (Schweden) liegen die Rennyachten auf der Etappe von Sydney nach Auckland jeweils nur eine Seemeile auseinander. Lediglich die Frauen-Mannschaft auf Amer Sports Too mit Skipperin Lisa McDonald segeln der Flotte mit rund 100 Seemeilen Rückstand aussichtslos hinterher, weil sie nach dem Bruch des Vorstags ihren gefährdeten Mast durch defensivem Kurs schützen müssen.

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