Totschlag : Mutter zu sieben Jahren Haft verurteilt

Hochverschuldet und unglaublich verzweifelt hat die Mutter eines achtjährigen Jungen keinen anderen Ausweg gesehen, als sich selbst und ihren Sohn umzubringen. Sie hat überlebt und ist nun vom Lübecker Landgericht wegen Totschlags zu sieben Jahren Haft verurteilt worden.

LübeckEine 46 Jahre alte Mutter ist wegen Totschlags an ihrem Sohn am Donnerstag vom Landgericht Lübeck zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass sie den Achtjährigen im Mai dieses Jahres in ihrer Lübecker Wohnung zunächst mit Beruhigungsmitteln betäubt und dann in der Badewanne ertränkt hatte. Die Staatsanwaltschaft hatte neun Jahre Haft gefordert. Die Verteidigung ging dagegen von einem minderschweren Fall von Totschlag aus. Sie forderte eine Strafe im unteren Bereich des gesetzlichen Rahmens, stellte aber keinen konkreten Antrag.

Die alleinerziehende Frau hatte zu Prozessbeginn gestanden, ihren Sohn aus Verzweiflung über ihre hohen Schulden getötet zu haben. Sie habe keinen anderen Ausweg gesehen, als Selbstmord zu begehen und ihren Sohn mit in den Tod zu nehmen, sagte die selbstständige Ernährungsberaterin aus.

Sie leidet nach Einschätzung eines Sachverständigen an einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung und war deshalb zur Tatzeit nur bedingt schuldfähig. Weil ein rechtzeitiges Eingreifen der Polizei die Tat möglicherweise verhindert hätte, wird gegen eine Beamtin wegen Verdachts der unterlassenen Hilfeleistung ermittelt. Sie war Hinweisen nicht nachgegangen, dass das Leben des Achtjährigen in Gefahr sein könne. (bai/dpa)

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