Welt : Transatlantische Gefahr: 50 Meter hohe Riesenwelle?

Von einem Vulkan der Kanaren-Insel La Palma geht möglicherweise eine transatlantische Gefahr ungekannter Größenordnung aus. Wenn die bereits instabile Flanke des 1500 Meter hohen Cumbre Vieja auf einen Schlag ins Meer stürze, werde die dadurch entstehende Riesenwelle noch auf der anderen Seite des Atlantik bis zu 50 Meter hoch über die Küste rollen, berechnete der Londoner Wissenschaftler Simon Day. Die Redaktion des britischen Magazins "New Scientist", in dessen jüngster Ausgabe Day seine Berechnungen vorstellt, wies allerdings darauf hin, dass ein derartiger Bergrutsch nicht unbedingt bevorstehen müsse und vermutlich erst nach vielen Vulkanausbrüchen zu befürchten sei.

"Die Welle würde mit der Geschwindigkeit eines Flugzeugs über den Atlantik rollen", erklärte Day. Die fragliche Flanke des Felsens habe ein Gewicht von 500 Milliarden Tonnen und löse sich allmählich vom Insel-Massiv, weil die vulkanischen Aktivitäten Magma an die Oberfläche schöben. Im ersten Moment könnte bei der von Day vorgestellten Katastrophe ein 650 Meter hoher Wasserwall aus dem Ozean emporsteigen. Beim Überqueren des Atlantik würde der Tsunami - wie eine von Vulkanausbrüchen oder Unterwasserbeben hervorgerufene Welle nach einem japanischen Wort heißt - dann aber auf 50 Meter abflachen. Für zahlreiche Gebiete in der Karibik und im US-Bundesstaat Florida hätte eine solche Riesenwelle vernichtende Auswirkungen.

La Palma ist die am stärksten von Vulkanausbrüchen heimgesuchte Insel der Kanaren-Gruppe, die vor der Nordwestküste Afrikas liegt und zu Spanien gehört. Sieben Vulkanausbrüche wurden auf La Palma seit Beginn der menschlichen Besiedlung beobachtet, der letzte 1971.

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