Transrapid-Unglück : Lathen gedenkt der Opfer

Mehr als 1000 Menschen haben bei einer Trauerfeier im emsländischen Lathen der Opfer des Transrapid-Unglücks gedacht. Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff sprach den Angehörigen sein tiefes Mitgefühl aus.

Lathen - Zuvor hatte Wulff (CDU) alle Namen der Opfer verlesen. Das Unglück habe Schmerz, Leid, Fassungslosigkeit und Existenzängste hinterlassen. "So fehlbar wie wir Menschen sind, so fehlbar ist auch die Technik", sagte Wulff ergriffen und zitierte Theodor Fontanes Warnung vor blinder Technikgläubigkeit. Wulff versprach den Angehörigen finanzielle und moralische Hilfe und fügte hinzu: "Wir müssen daran arbeiten, Technik sicherer zu machen." Zugleich dankte er den Einsatzkräften, die Übermenschliches geleistet hätten.

An dem etwas mehr als eine Stunde dauernden ökumenischen Gottesdienst in der Kirche St. Vitus nahmen auch Bundespräsident Horst Köhler und Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD), der Vorsitzende des Parlamentarischen Gesprächskreises Transrapid, Hans Eichel (SPD), sowie zahlreiche Landesminister teil. 500 Trauernde hatten in der Kirche Platz gefunden. Noch einmal so viele hielten sich vor dem Gebäude auf.

Geschäfte in Lathen blieben geschlossen

Die evangelische Regionalbischöfin Doris Janssen-Reschke hielt gemeinsam mit Osnabrücks Bischof Franz-Josef Bode eine Predigt. Janssen-Reschke rief dazu auf, nicht aufzugeben. Bode sprach von einer "unsäglichen Wunde", die das Unglück hinterlassen habe. Er lobte zudem die Anteilnahme und Solidarität unter den Menschen.

Vor Beginn der Trauerfeier hatte Köhler den Angehörigen erneut seine Anteilnahme ausgesprochen. Der Gottesdienst wurde per Lautsprecher auf den Platz vor der Kirche übertragen. Vor dem Altar lagen zahlreiche Blumenkränze. Geschäfte in Lathen blieben geschlossen, damit viele Bürger an der Feier teilnehmen konnten. Wann die Begräbnisse stattfinden, ist noch unklar. Die Leichen der Opfer sind noch nicht zur Beerdigung freigegeben.

Bei dem Unglück waren 23 Menschen im Alter zwischen 40 und 66 Jahren ums Leben gekommen. Zehn Menschen wurden verletzt. Die Magnetschwebebahn war in einen Arbeitswagen gerast. Als Unglücksursache wird menschliches Versagen angenommen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen alle verantwortlichen Mitarbeiter der Leitstelle wegen fahrlässiger Tötung.

Landrat Hermann Bröring (CDU) kündigte an, an der Teststrecke bis spätestens Mittwoch ein Holzkreuz zur Erinnerung an den verheerenden Unfall aufzustellen. Das Kreuz solle später durch einen Gedenkstein ersetzt werden. Derzeit säumen Kerzen, Blumen und Briefe die Unfallstelle.

Auf dem Spendenkonto für die Hinterbliebenen sind laut Landkreissprecher Dieter Sturm bis Dienstag rund 200.000 Euro eingegangen. Zu den größten Spendern gehöre neben den Konzernen RWE und ThyssenKrupp sowie der Betreibergesellschaft IABG auch der Landkreis selbst. Es hätten aber auch viele Privatpersonen Geld eingezahlt. (tso/ddp)

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