Trendteile des Winters : Der Kleiderschrank muss entrümpelt werden

Die Pariser Prêt-à-porter-Schauen gehen am Sonntag zu Ende. Eine Woche lang präsentierten die Designer die neuen Trends für den kommenden Winter. Der gibt sich zugeknöpft und dennoch verführerisch.

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Pelz trifft Farbe: John Galliano verlangt seinen Models mal wieder jede Menge ab. In Pelzmäntel gehüllt müssen sie üppige Perücken...Foto: AFP

ParisDer schicke Großstadthippie, Vorbild vieler Kollektionen in diesem Frühjahr, tritt erstmal ab. Für Fashion Victims eine willkommene Gelegenheit, ihre Kleiderschränke zu entmotten, um Platz für Neues zu machen. Als Basisstücke für die Wintersaison sollten sich Modebewusste bei Röcken jetzt schon die knielange Bleistiftform oder die unter dem Knie endende A-Form notieren. Die Silhouette wird länger, auch bei Hosen. Hier erlebt der oben schmale, nach unten weiter werdende "Bootcut" ein Comeback. Als Oberteil wäre eine gegürtete Tunika perfekt, mit Rollkragenpullover darunter. Oder eine feine Kostümjacke mit futuristischen Details.

Must Have: Pelz und High Heels

Zum Leidwesen der Tierschützer darf kommenden Herbst/Winter auf keinen Fall irgendein Pelzteil fehlen. Dies ist sogar in leuchtenden Farben erlaubt; ansonsten dominieren Grau und Schwarz, Pistazie, Mattblau und Rostrot die Farbpalette. High Heels bleiben ein Muss, vorzugsweise mit Plateausohle oder Blockabsatz.

Die Schau, die Jean Paul Gaultier am Samstag für Hermès auf den Laufsteg brachte, wirkte wie ein Lehrstück der neuen bedeckten Eleganz. Lockere Mäntel in Schwarz und Grau, mit Akkuratesse in - den Körper modellierende - Bahnen geschnitten, lange Strickjacken, Leder-Trenchcoats und Samtanzüge dienen als Basis. Geschickt mixt Gaultier diese mit folkloristisch angehauchten Wildlederstiefeln und weichen Wickeltüchern in Orange und Zimt mit feinen Paisleymustern.

Bei Wolfgang Joop wurde die Lady zur Lolita, allerdings im Weltraum schwebend. Seine "Wunderkind"-Kollektion wimmelte von surrealen puppenhaften Wesen in kurzen Kleidern oder schmalen Hosen in wilden ungewöhnlichen Stoffkombinationen. Seide mit Graffiti-Druck, englisch anmutende Karo-Stoffe, leuchtender Satin, Tweed und üppiges Fell fügten sich zu scharf geschnittenen Entwürfen, manchmal mit silberfarbenen Kreisformen versehen. Die Röcke sind bei Joop kürzer als woanders, tailliert und oft mehrlagig. Knöchelhohe Stiefeletten mit dickem Plateau und Paillettenleggins komplettierten den Look.

Viel Platz für Spielereien

Wer im kommenden Winter noch ein bisschen in Chiffon und Stickereien schwelgen möchte, ist bei Chloé richtig. Designer Paulo Melim Andersson macht den Trend zur Dezenz nur partiell mit, seine Kollektion am Samstag war verspielt und dekorativ. Selbst brave dunkle Mantelkleider ließ er mit Pelz und Pailletten-Ornamenten besetzen, andere mehrlagige Modelle in Creme mit Metallstäbchen verzieren. Zu zarten Chiffongewändern gab es gemusterte Leggins, selbst die mehrfarbigen Pelzjacken, die zu Volantkleidern mit Blütendruck kombiniert wurden, waren mit Applikationen versehen. Immerhin bewies Andersson, dass auch bei der neuen Strenge der Modenoch Platz für allerlei Spielereien ist. (sgo/dpa)

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