Tropensturm : "Ernesto" schwächer als befürchtet

Der mit Bangen erwartete Tropensturm "Ernesto" hat Kuba nicht mit der erwarteten Wucht getroffen. Der Sturm brachte zwar schwere Regenfälle mit sich, schwächte sich jedoch deutlich ab, wie das kubanische Metereologische Institut in Havanna mitteilte.

Miami/Havanna - Nach Angaben des Zivilschutzes wurden im ganzen Land vorsorglich mehr als 300.000 Menschen evakuiert. Nach Einschätzung des Nationalen Hurrikan-Zentrums der USA (NHC) in Miami sollte der Sturm zwar den US-Bundesstaat Florida, nicht aber die Gebiete am Golf von Mexiko erreichen. In Florida rief Gouverneur Jeb Bush den Notstand aus.

"Ernesto" sei beim Durchzug durch die Bergregionen von Santa Domingo und Haiti deutlich schwächer geworden, bevor er die Küste Kubas erreicht habe, sagte der Meteorologe José Rubiera im kubanischen Fernsehen. Der Wirbelsturm sei "nur noch ein Schatten seiner selbst". Im weniger hügeligen Zentrum des Inselstaates könne der Sturm allerdings wieder etwas an Stärke gewinnen, warnte Rubiera. "Ernesto" werde innerhalb der kommenden 24 Stunden über Kuba hinwegziehen. Der Sturm hatte zeitweise Windgeschwindigkeiten von 75 Stundenkilometern erreicht.

Das Hurrikan-Zentrum der USA gab zunächst nur für die Küstengebiete am Golf von Mexiko Entwarnung. In Florida drohte "Ernesto" zu einem Sturm der gefährlichen Kategorie drei heranzuwachsen. Er könnte am späten Dienstag oder Mittwoch mit mehr als 200 Stundenkilometern Windgeschwindigkeit über die Inselgruppe der Florida Keys hinwegfegen. Die US-Behörden forderten alle Urlauber und Besucher zum Verlassen der Region auf. Wegen des schlechten Wetters in Florida verschob die US-Raumfahrtbehörde NASA erneut den Start der Raumfähre Atlantis. Am Dienstag sollte entschieden werden, ob die Fähre wieder in den Hangar zurückgebracht werden sollte. Das würde den Start um mindestens eine Woche verzögern.

Aufatmen konnten am Montag die Bewohner von New Orleans; die Stadt sollte laut Meteorologen nach einer Richtungsänderung von "Ernesto" verschont bleiben. Die Südstaaten-Metropole war im vergangenen Jahr durch den Hurrikan "Katrina" stark verwüstet worden. Mehr als 1500 Menschen kamen im Südosten der USA in dem Sturm und den anschließenden Überschwemmungen ums Leben. Die US-Meteorologen rechnen auch in der diesjährigen Hurrikan-Saison, die von Anfang Juni bis Ende November dauert, mit acht bis zehn schweren Stürmen. (tso/AFP)

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