Tsunami-Warnsystem : Erste Messbojen an Indonesien übergeben

Nach der Flutkatastrophe in Südostasien im Dezember wurde ein Tsunami-Warnsystem für den Indischen Ozean beschlossen. Mit an der Entwicklung beteiligt: das Geoforschungszentrum Potsdam. Heute wurden die ersten zwei Messbojen vorgestellt.

Hamburg (25.08.2005, 14:43 Uhr) - Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) präsentierte in Hamburg gemeinsam mit ihrem indonesischen Kollegen Kusmayanto Kadiman die ersten zwei Mess-Bojen für das Tsunami-Frühwarnsystem im Indischen Ozean . Die Bojen sollen in Verbindung mit Meeresbodensensoren Seebeben und Flutwellen frühzeitig erkennen. Das von verschiedenen deutschen Instituten gemeinsam entwickelte System sei Beweis dafür, dass in Deutschland hervorragende Forschung betrieben werde, sagte Bulmahn.

«Wir haben es geschafft, in kurzer Zeit ein weltweit einmaliges technologisches System zu entwickeln», sagte die Bundesforschungsministerin. Kadiman lobte die gute wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen Indonesien und Deutschland und dankte den deutschen Forschern für ihr Engagement. Das Tsunami-Warnsystem war auf Initiative des Geoforschungszentrums Potsdam gemeinsam mit indonesischen und deutschen Einrichtungen wie dem Konsortium Deutsche Meeresforschung in den vergangenen Monaten entwickelt worden.

Die Bojen und Meeresbodensensoren bilden den wichtigsten Bestandteil des Frühwarnsystems. Zusätzlich werden im Indischen Ozean und den Küstenregionen 40 neue Erdbeben-Messstationen eingerichtet. Die Daten der Stationen laufen in Rechenzentren in den Anrainerstaaten zusammen, von wo aus die Bevölkerung im Falle einer Tsunami-Gefahr informiert wird. «Das Frühwarnsystem ist in der Lage, innerhalb weniger Minuten Alarm zu schlagen», sagte Professor Rolf Emmermann vom Geoforschungszentrum.

Das Projekt wird aus dem Fond der Katastrophenhilfe finanziert, den die Bundesregierung kurz nach dem Tsunami in Asien im vergangenen Jahr, beim schätzungsweise 300 000 Menschen ums Leben kamen, zur Verfügung gestellt hatte. «Wir müssen dafür Sorge tragen, dass eine Naturkatastrophe keine derart verheerenden Folgen mehr hat», sagte Bulmahn. Die ersten zwei von insgesamt zehn Mess-Bojen wurden am Donnerstag in Hamburg verladen und werden im Oktober vor der Küste Indonesiens installiert. Spätestens ab 2008 soll das komplette System funktionsfähig sein. (tso)

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