Türkei : Kein Wasser, kein Sex

Bereits 2001 traten Frauen in einem türkischen Dorf in den Sex-Streik, weil ihre Männer nicht genug gegen den Trinkwassermangel unternahmen. Jetzt drohen Frauen aus der türkischen Provinz Mersin ihren Männern erneut mit Liebesentzug, sollten diese nicht endlich beim Wasser schleppen helfen.

IstanbulFrauen in einem Dorf im Süden der Türkei sind in einen Sex-Streik getreten, weil ihre Männer ihrer Meinung nach nicht genug zur Behebung von Problemen bei der Trinkwasserversorgung des Ortes unternehmen. "Die Frauen haben es satt", sagte eine Beamtin des Bürgermeisteramts in dem Dorf Kicaköy in der südtürkischen Provinz Mersin am Montag auf Anfrage. Sie könne nicht sagen, wie viele Frauen in dem rund 450 Einwohner zählenden Dorf ihre Männer wegen des Wassermangels nicht mehr ins Schlafzimmer ließen. "Aber es gibt welche, die das tun."
  
Wegen der in der ganzen Türkei grassierenden Trockenheit war der Dorfbrunnen in Kicaköy versiegt. Deshalb müssen die Frauen das Wasser für ihre Familie nun aus 13 Kilometern Entfernung ins Dorf schleppen, wie Zeitungen berichteten; diese Art von Arbeit ist in der türkischen Provinz traditionell Frauensache. Das Wasser werde in Kanistern und auf dem Rücken von Eseln in den Ort gebracht, sagte die Beamtin in Kicaköy. Ali Riza Öztürk, ein Parlamentsabgeordneter aus Ankara, der das Dorf vor kurzem besucht hatte, sagte türkischen Zeitungsberichten zufolge, der Wassermangel in Dörfern wie Kicaköy werde allmählich zu einer Bedrohung für viele Ehen.
  
Im Jahr 2001 hatten Frauen in dem Dorf Sirtköy bei Antalya mit einem ersten Sex-Streik wegen Wassermangels Schlagzeilen gemacht. Das Thema wurde später sowohl in der Türkei als auch in Deutschland zum Gegenstand von Spielfilmen. (yr/AFP)

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