Türkische Behörden : Grund für das Massaker soll Eifersucht gewesen sein

Nach dem Massaker auf einem türkischen Hochzeitsfest hat ein Gericht nun acht Tatverdächtige in Untersuchungshaft genommen. Erste Ermittlungen lassen vermuten, dass Eifersucht zu der Tat geführt hat.

IstanbulDer Gouverneur der Provinz Mardin, in der die Maskierten 44 Menschen auf einer Hochzeitsfeier mit Sturmgewehren hinrichteten, ist überzeugt, dass der Amoklauf seit Tagen vorbereitet war. Ein Mann aus der Familie der Täter habe die Braut ebenfalls heiraten wollen, sei aber offenbar abgewiesen worden. Die Täter, aber auch viele der Opfer, sollen zu einem Familienclan gehören, sagte der Gouverneur.

Alle Festgenommenen verweigerten die Aussage. Berichte über angebliche Äußerungen der Verdächtigen seien somit falsch, sagte der Gouverneur. Nach dem Massaker wächst in der Türkei Kritik am System der Dorfmilizen. Diese wurden von der türkischen Regierung mit Waffen ausgerüstet, um gegen die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK vorgehen zu können. Einige der Amokläufer sind Mitglied solcher Milizen. Politiker der Regierung und der Oppositionspartei AKP fordern, einen möglichen Zusammenhang mit der Tat aufzuklären.

Bei dem Massaker an der türkischen Hochzeitsgesellschaft handelt es sich um die schlimmste Gewalttat, die sich in der Türkei während der vergangenen Jahrzehnte abgespielt hat. Erschossen wurden unter anderem der Bräutigam und die Braut, sechs Kinder und 17 Frauen. Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat die Tat als unmenschlich verurteilt. (mm/dpa)

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