Tunnel-Katastrophe : Der Montblanc-Tunnel - wichtige Alpenverbindung

Als im Juli 1965 die ersten Autos durch den neuen Montblanc-Tunnel rollten, hatten Franzosen und Italiener ein Jahrhundert-Projekt abgeschlossen.

Chamonix (27.07.2005, 13:33 Uhr) - Erst dieser 11,6 Kilometer lange Tunnel zwischen Chamonix auf der französischen und dem Aosta-Tal auf der italienischen Seite ermöglichte ganzjährigen Straßenverkehr über die Alpen und verkürzt die Strecke zwischen Paris und Rom um 300 Kilometer.

Der Montblanc, mit 4807 Metern Europas höchster Berg, wurde zu einem touristischen Nadelöhr zwischen dem nördlichen Europa und Italien. Damals lobten Bürgervereinigungen der Region die Verkehrsader - heute hagelt es in erster Linie Kritik wegen der Luftbelastung durch die Lastwagen, denn der Verkehr hat dramatisch zugenommen. Etwa 4000 Personen- und Lastwagen rollen täglich durch die zweispurige Röhre, vor Jahrzehnten waren es erst etwa 600.

Traurige Berühmtheit erreichte der Tunnel durch den verheerenden Brand eines Lastwagens am 24. März 1999, bei dem 39 Menschen starben. Verursacht wurde das Flammeninferno in dem 8,60 Meter breiten Tunnel möglicherweise durch eine glimmende Zigarette, die in die Belüftungsanlage des Kühltransporters geraten war.

Der Tunnel wurde für 350 Millionen Euro gründlich modernisiert und blieb dafür drei Jahre lang geschlossen. Es gibt nun eine moderne Überwachungs- und Entlüftungsanlage und klar gekennzeichnete Wege zu einem Fluchttunnel unter der Fahrbahn. (tso)

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