U-Bahn-Bau : Auch in Düsseldorf wurde gepfuscht

In Köln stürzte vor einem Jahr das Stadtarchiv ein. Möglicherweise, weil Arbeiter Protokolle fälschten und Stahl beiseite schafften. Dieselben Arbeiter waren auch in Düsseldorf am Werk - und auch dort gibt es Probleme mit den Tunnelwänden.

Düsseldorf Der Pfusch an der U-Bahn-Baustelle in Köln ist kein Einzelfall. Bei Überprüfungen zum U-Bahnausbau in Düsseldorf wurden ebenfalls Unregelmäßigkeiten entdeckt, wie die Stadtverwaltung am Dienstag mitteilte. Bei der Auswertung der Akten zum Bau der Schlitzwände an der geplanten "Wehrhahn-Linie" seien gefälschte Protokolle entdeckt worden, sagte Baudezernent Gregor Bonin in Düsseldorf. Die Stadt habe Strafanzeige erstattet.

In den 413 vorliegenden Messprotokollen zu den Schlitzwänden wurden laut Bonin 27 Auffälligkeiten festgestellt. Die Fälschungen seien offenkundig von denselben Arbeitern vorgenommen worden, die auch für die Schlampereien beim Bau der Kölner U-Bahn verantwortlich seien.

Baukonzern ordnete Untersuchung an

Der für die Bauarbeiten verantwortliche Konzern Bilfinger Berger hatte nach dem Bekanntwerden der Unregelmäßigkeiten an der Kölner U-Bahn die Untersuchungen in Düsseldorf angeordnet. Nach Angaben des Unternehmens ist der Bauzustand in Düsseldorf aber nicht  mit jenem in Köln zu vergleichen. In Düsseldorf stehe das Projekt erst am Anfang, die Standsicherheit sei deshalb gegeben.

In Köln war im März 2009 das Stadtarchiv vermutlich aufgrund der U-Bahn-Bauarbeiten eingestürzt. Zwei Menschen kamen ums Leben. (sf/ddp)

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