• U-Bahn-Streik lässt tausende Londoner im Regen stehen Gewerkschaft protestiert gegen Privatisierung

Welt : U-Bahn-Streik lässt tausende Londoner im Regen stehen Gewerkschaft protestiert gegen Privatisierung

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London (dpa). Ein Streik bei der Londoner U-Bahn hat am Donnerstag für ein Verkehrschaos in der britischen Metropole gesorgt. Tausende von Pendlern stiegen auf dem Weg zur Arbeit auf Busse, Bahn, Privatwagen und Taxis um. Viele waren zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs. Andere wollten von zu Hause aus arbeiten. Die Underground befördert täglich drei Millionen Menschen.

Die radikale Bahn-und Verkehrsarbeitergewerkschaft RMT zeigte sich „hocherfreut“ über die Unterstützung für den Streik. Sie protestiert gegen die von der Labour-Regierung geplante Teilprivatisierung der „Tube.“ Die Gewerkschaft befürchtet, dass durch die Herbeiziehung privater Wartungsfirmen die Sicherheit auf dem veralteten U-Bahnsystem vernachlässigt werden könnte.

Versuche von Frühaufstehern, den Auswirkungen des Streiks zu entgehen, schlugen am Morgen weitgehend fehl. Die meisten Busse und Bahnverbindungen waren schon vor 7 Uhr Ortszeit überfüllt und fuhren an den Haltestellen durch. Überall bildeten sich lange Schlangen von Wartenden.

„Wir stehen hier, weil die Regierung keine Notiz von unseren Sicherheitsbedenken genommen hat“, sagte RMT-Führer Bob Crow am Donnerstag. Ken Livingstone, der Bürgermeister Londons, verurteilte den Streik nicht. Die von ihm bekämpfte teilweise Privatisierung zeige schon jetzt im gesamten Nahverkehrssystem ihre „nachteiligen Folgen“, sagte er.

Schon wenige Stunden nach Beginn des 24-stündigen Ausstands am Mittwochabend herrschte an den großen Bahnhöfen Londons Chaos. Am Morgen fuhren nur etwa 30 von etwa 500 U-Bahnzügen. Auch die U-Bahn-Verbindung zum Flughafen Heathrow war betroffen. Die U-Bahn-Verwaltung hatte Reisenden die Anreise am Vorabend empfohlen.

Nach Schätzung der Finanzberaterfirma Tenon dürfte der Ausstand den Wirtschaftsbetrieben der Hauptstadt Einbußen von mindestens 60 Millionen Pfund (96 Millionen Euro) bringen. „Die Londoner Wirtschaft ist völlig von der Tube abhängig“, sagte ein Sprecher der Firma.

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