Welt : U-Bahnen in Rom kollidiert

Ein Todesopfer und zahlreiche Verletzte

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Beim Zusammenstoß zweier U-BahnZüge in Rom ist am Dienstagvormittag eine 30-jährige Frau gestorben; etwa 130 Fahrgäste wurden verletzt; sieben schweben noch in Lebensgefahr.

Das Unglück der Linie A ereignete sich während des Berufsverkehrs, mitten in der römischen Innenstadt. Offenbar ohne zu bremsen fuhr ein Zug auf einen anderen auf, der gerade in der Station „Piazza Vittorio“ hielt. In der Panik des Augenblicks befürchteten viele Passagiere zunächst einen Terroranschlag.

Über die Ursachen des Zusammenstoßes bestand am Dienstag keinerlei Klarheit. Fahrgäste wollen bemerkt haben, dass der Zugführer den Tunnelabschnitt trotz eines roten Ampelsignals befuhr. Auch ein technisches Versagen wird nicht ausgeschlossen.

Die Linie A, die ältere der nur zwei U-Bahn-Linien in Rom, gilt als chronisch störanfällig; stundenlange Blockaden sind an der Tagesordnung. Am aktuellen Unglück indes waren zwei hoch moderne, nagelneue Züge aus spanischer Fertigung beteiligt. Sie gehören zu der Flotte, mit der Rom nach und nach den veralteten Fuhrpark ersetzt.

Außerdem werden zur Zeit etliche Haltestellen renoviert; die Station neben dem Unglücksbahnhof ist wegen der Bauarbeiten sogar vollständig geschlossen. Die Linie A blieb am Dienstag den restlichen Tag über geschlossen. Um den Stadtverkehr zu entlasten, brachen dafür die Busfahrer ihren 24-stündigen Streik ab.

Als Reaktion auf das Unglück hat das 1. Internationale Filmfest in Rom bis auf Weiteres alle Feierlichkeiten jenseits der Filmvorführungen abgesagt. Es werde keinen Roten Teppich oder andere glamouröse Events geben, verkündete Goffredo Bettini, Präsident des Filmfestivals. Auch die Filmkomödie „Fascisti su Marte“, eine bitterböse Satire, wurde auf Samstag verschoben: „Der Film ist gut und intelligent“, sagte Goffredo Bettini. Aber er sei ein Spektakel, welches am Tage des Unglücks unangemessen erscheine.

Sowohl eine Modenshow als auch die Abschlussfeier am 21. Oktober in Cinecitta sind abgesagt. Die Vorführungen werden jeweils von einer Schweigeminute eingeleitet, teilte die Festivalleitung am Dienstag mit.

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