• Überflutungen durch Hurrikane Isaac: Deiche in New Orleans scheinen zu halten

Überflutungen durch Hurrikane Isaac : Deiche in New Orleans scheinen zu halten

"Isaac" hat Teile des US-amerikanischen Südens unter Wasser gesetzt.Weitere Bilder anzeigen
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30.08.2012 09:30"Isaac" hat Teile des US-amerikanischen Südens unter Wasser gesetzt.

Washington - Mit Windböen von 130 Stundenkilometern und heftigen Regenfällen ist Hurrikan „Isaac“ an der Golfküste der USA an Land gegangen. Vor allem im Süden des Bundesstaates Louisiana verursachte der Sturm heftige Überflutungen. So mussten in der Gemeinde Plaquemines Parish nahe der Küste 75 Menschen von den Dächern ihrer Häuser gerettet werden, berichtete der Fernsehsender CNN. In den Staaten Mississippi, Alabama und Arkansas verursachte „Isaac“ Stromausfälle. Nach Angaben lokaler Versorger saßen zeitweise 650 000 Einwohner im Dunkeln, mehr als 400 000 allein in Louisiana.

Am Mittwochnachmittag schwächte sich „Isaac“ zum Tropensturm ab und bewegte sich langsam weiter auf New Orleans zu. Auf den Tag genau vor sieben Jahren hatte Hurrikan „Katrina“ der Jazz-Metropole Tod und Verwüstung gebracht. 1800 Menschen starben damals in der Region. Seitdem hat New Orleans sein Deich- und Pumpensystem erheblich ausgebaut und verstärkt. Hochwasser von mehr als drei Metern stellte den Flutschutz am Mittwoch auf seine erste größere Probe. Bis zum Nachmittag gab es keine Probleme. Das System funktioniere, hieß es in einer Mitteilung des zuständigen Ingenieurskorps der Army.

Zerstörerisch. „Isaac“ hat rund um New Orleans Überflutungen ausgelöst. Foto: dapd
Zerstörerisch. „Isaac“ hat rund um New Orleans Überflutungen ausgelöst. Foto: dapdFoto: REUTERS

„Isaac“ erreichte das Festland in Louisiana am Dienstag nach Einbruch der Dunkelheit als Hurrikan der schwächsten Kategorie eins und verursachte im Umkreis von mehr als 100 Kilometern extremes Unwetter. Trotz aller Warnungen wurden viele vor allem in flachen Küstenregionen von Starkregen und Sturmfluten überrascht. In Plaquemines Parish, das außerhalb des Dammsystems von New Orleans liegt, brach nach Behördenangaben ein etwa 30 Kilometer langer Deich an zwei Stellen.

Video: Deiche halten "Isaac" stand

„Für viele Menschen ist es nicht einmal zur Hälfte vorbei“, sagte der Direktor des Nationalen Hurrikanzentrums in Miami, Richard Knabb, CNN. Es werde bis zum Donnerstag ununterbrochen regnen. Heimtückisch sei, dass sich „Isaac“ mit neun Stundenkilometern sehr langsam fortbewege. Der Hurrikan war zunächst in Plaquemines Parish auf Land getroffen. Dann zog er sich auf das Meer zurück, bewegte sich in Richtung der Mississippi-Mündung und schlug dann nahe dem Hafen von Port Fourchon – etwa 100 Kilometer südöstlich von New Orleans – erneut an Land auf.

Auf den meisten Öl- und Gasplattformen im Golf von Mexiko ruht wegen des Sturms die Produktion. Ein Großteil der fast 600 Förder-Plattformen und 76 Bohrinseln wurde evakuiert. Der Benzinpreis in den USA stieg.

(dpa)

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