Überschwemmungen : 90 Tote bei schweren Fluten in Indien

Zwölf Millionen Menschen sind von den Überschwemmungen in Pakistan betroffen. Jetzt leidet auch Indien unter einer Flutkatastrophe. Rund 90 Menschen starben.

Nach Pakistan hat die Flutkatastrophe nun auch das benachbarte Indien erreicht. Bei Überschwemmungen infolge heftigen Regens wurden in der bei Touristen beliebten Himalaya-Region Ladakh im Norden des Landes rund 90 Menschen getötet und hunderte weitere verletzt, wie die Polizei am Freitag mitteilte. In Pakistan, wo bereits mehr als 1600 Menschen umgekommen sind, verschärfte sich die Lage weiter.

Am schwersten von den Überschwemmungen in Nordindien betroffen war Leh, die größte Stadt von Ladakh. Der Tourismusminister der Region, Nawang Rigzin Jora, bezeichnete die Lage als katastrophal. Die Schäden seien „beispiellos“, viele Gebiete seien von der Umwelt abgeschnitten. Dutzende Menschen würden noch vermisst. Sämtliche Kommunikationsverbindungen seien gekappt und die Verbindungsstraße in die Urlauberstädte Srinagar und Manali blockiert. Die Bergregion im Norden Indiens ist bei Touristen sehr beliebt.

In Pakistan, das bereits seit rund einer Woche unter den Folgen eines ungewöhnlich heftigen Monsunregens leidet, verkündeten die Behörden am Freitag die höchste Alarmstufe. Nach dem Nordwesten erreichten die Überschwemmungen inzwischen die weiter südlich gelegenen bevölkerungsreichsten Provinzen Punjab und Sindh, zerstörten wichtige landwirtschaftliche Anbaugebiete und bedrohten Stromkraftwerke. Nach UN-Angaben sind mittlerweile mehr als 4,5 Millionen Menschen von dem Hochwasser betroffen. Allein in Sindh mussten mehr als eine halbe Million Menschen vorsorglich in Sicherheit gebracht werden. Pakistans Wetterdienst rief am Freitag Alarmstufe Rot für Sindh aus. Dort drohten innerhalb der nächsten zwei Tage „schwerste Überflutungen“. Vor allem entlang des Flusses Indus seien hunderte Dörfer in Gefahr. AFP

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