Überschwemmungen in Thailand : Bangkoks Einwohner bringen sich in Sicherheit

Die Hochwasserlage in Thailand und vor allem in der Hauptstadt Bangkok spitzt sich weiter zu. Viele Einwohner versuchen, die Stadt zu verlassen.

Zahlreiche Einwohner Bangkoks sind am Donnerstag vor den Wassermassen geflohen. Viele warten am Busbahnhof auf eine Möglichkeit, die Stadt zu verlassen.Weitere Bilder anzeigen
Foto: afp
27.10.2011 08:20Zahlreiche Einwohner Bangkoks sind am Donnerstag vor den Wassermassen geflohen. Viele warten am Busbahnhof auf eine Möglichkeit,...

Zahlreiche Einwohner Bangkoks sind am Donnerstag vor den Wassermassen geflohen. Die Fluten erreichten am Morgen bereits zentrale Gebiete der thailändischen Hauptstadt, darunter den Königspalast, wie ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Viele Einwohner der Zwölf-Millionen-Einwohner-Metropole versuchten, mit Bus und Bahn in Küstenstädte wie Pattaya, Hua Hin und Phuket zu gelangen. Im Fernsehen waren Bilder von wartenden Menschen an Busbahnhöfen zu sehen. Die nach Norden und Osten führenden Ausfallstraßen waren Behördenangaben zufolge stark befahren. Auch die Inlandsflüge vom Flughafen Suvarnabhumi waren „bis auf den letzten Platz besetzt“, wie Sansern Ngaorungsi von der Tourismusbehörde sagte.
Bangkok bereitet sich seit Tagen auf den Scheitelpunkt des Hochwassers vor, der am Freitag erwartet wird. Die Behörden der Hauptstadt rechnen damit, dass das Wasser im Fluss Chao Phraya eine Höhe von 2,60 Metern erreicht - die Flutschutz-Dämme sind im Durchschnitt aber nur 2,50 Meter hoch.
Thailand erlebt seit mehr als zwei Monaten die heftigsten Regenfälle und Überschwemmungen seit Jahrzehnten. Mehrere hundert Menschen kamen bereits ums Leben, etwa neun Millionen Menschen verloren ihre Bleibe. In Erwartung weiterer Überschwemmungen ordneten die Behörden am Dienstag für alle betroffenen 21 Provinzen ein auf fünf Tage verlängertes Wochenende an, um den Bewohnern Zeit zu geben, sich auf weitere Überschwemmungen vorzubereiten. Am Mittag erreichten die Fluten auch Bangkoks Inlandsflughafen Don Mueang.

Schon am Dienstag waren mindestens sechs Viertel der Hauptstadt überschwemmt, andere waren akut bedroht. Allen verzweifelten Schutzmaßnahmen zum Trotz wurde auch Bangkoks zweitgrößter Flughafen Don Mueang überschwemmt, der zurzeit das Krisenzentrum der Regierung sowie ein Notaufnahmelager für Flutopfer beherbergt.

Der Flugbetrieb wurde bis Anfang November eingestellt, die Flutopfer sollen an einen sichereren Ort gebracht werden. Ihr Krisenzentrum will die Regierung jedoch vorläufig weiter von Don Mueang aus betreiben.

"Ich wiederhole noch einmal meine Warnung an alle, die in der Nähe des Flusses wohnen“, sagte der Gouverneur von Bangkok, Sukhumbhand Paribatra. Die Menschen sollten „ihre Habseligkeiten in Sicherheit zu bringen und sich in höchster Alarmbereitschaft halten“.

Vertreter des Krisenstabs von Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra mahnten ebenfalls eindringlich, die Krise nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Kompetenzstreitigkeiten zwischen Regierungschefin Yingluck und Bangkoks Gouverneur, der der Opposition angehört, erschweren jedoch alle Bemühungen, die Maßnahmen zum Schutz der Hauptstadt zu koordinieren.

Bangkok bereitet sich seit Tagen auf weitere schwere Überschwemmungen vor, doch scheint der Kampf inzwischen weitgehend verloren. Die Frage ist nur noch, wie schwer Altstadt und Finanz- und Handelszentrums betroffen sein werden. (AFP)

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