Überschwemmungen : Schon 80 Tote nach Tropensturm "Noël"

In der Dominikanischen Republik sind nach heftigen Regenfällen mindestens 60 Menschen ertrunken oder von Erdrutschen verschüttet worden, in Haiti kamen 20 weitere Personen ums Leben. Ein Ende der starken Regenfälle ist vorerst nicht in Sicht.

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Kinder in überschwemmten Straßen von Santo Domingo, Dominkanische Republik -Foto: dpa

Havanna/Port-au-PrinceIn beiden Ländern, die sich das Territorium der Insel Hispaniola teilen, werden viele Bewohner noch vermisst. Es wird befürchtet, dass die Zahl der Toten weiter steigen wird, obwohl "Noël" (sprich: Nohl) nach Norden über Kuba hinweg in Richtung Bahamas weitergezogen ist. Ein neues Tiefdruckgebiet sorgte für andauernden Regen. Viele Gebiete im Süden der Dominikanischen Republik waren wegen überfluteter Straßen und zerstörter Brücken nicht mehr zu erreichen. "Es ist jetzt noch schlimmer als vorher", sagte ein Einwohner von Santo Domingo. Auch in Port-au-Prince, der Hauptstadt Haitis, setzten am Mittwoch wieder starke Regenfälle ein. Die Wetterdienste erwarten, dass es noch ein bis zwei Tage weiterregnen wird.

In der Dominikanischen Republik gilt nach Behördenangaben in 27 Provinzen weiter die höchste Alarmstufe "Rot". Mehr als 25.000 Menschen seien in Sicherheit gebracht worden, berichtete der Sprecher der Katastrophenbehörde, Ramón Francisco Rodríguez. Auch in Haiti mussten Tausende ihre Häuser verlassen. Wegen des aufgeweichten Bodens kam es in den Bergregionen im Westteil der Insel Hispaniola zu Erdrutschen, in den Niederungen traten die Flüsse über die Ufer und überschwemmten weite Gebiete. Tausende Häuser und Hütten stehen seit Montag unter Wasser, Zehntausende Menschen wurden obdachlos, Brücken und Straßen wurden zerstört. Zahlreiche Dörfer und Gemeinden waren von der Außenwelt abgeschnitten. Schwere Schäden entstanden vor allem in der Landwirtschaft.

"Noël" nimmt Kurs auf die Bahamas

Die Windgeschwindigkeiten im Wirbel des Tropensturms erreichten nach Messungen des nationalen Hurrikanzentrums in Miami (USA) nur noch etwa 65 Stundenkilometer. Nach Berechnungen der Meteorologen bewegt sich "Noël" mit einer Geschwindigkeit von nur elf Stundenkilometern von der Nordostküste Kubas in Richtung nordwestliche Bahamas. Auf Kuba wurden nach Zeitungsberichten allein in den Provinzen Guantánamo und Camagüey Tausende aus gefährdeten Gebieten in sichere Unterkünfte gebracht. Mehrere Ortschaften waren von der Außenwelt abgeschnitten.

"Noël" ist der 14. tropische Sturm der diesjährigen Hurrikansaison, die am 30. November endet. Tropenstürme werden in der Reihenfolge des Alphabets nach Vornamen benannt. (mit dpa)

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