Ukraine : Mehr als 40 Kumpel bei Gasexplosion verschüttet

Eigentlich war die ukrainische Mine bei Donezk zur Schließung vorgesehen - aus Sicherheitsgründen. Jetzt hat sich dort ein schweres Unglück ereignet, mehrere Dutzend Bergarbeiter sind verschüttet. Die Einsatzkräfte arbeiten mit Hochdruck, während sich der Schacht langsam mit Grundwasser füllt.

Moskau/KiewBei einer Gasexplosion in einem ukrainischen Kohlebergwerk sind im Gebiet Donezk mehr als 40 Kumpel verschüttet worden. Vier verletzte Bergarbeiter wurden am Sonntag gerettet, wie die Agentur Interfax aus Kiew unter Berufung auf den Zivilschutz berichtete. Das Schicksal der anderen ist demnach noch unklar. Bei den Arbeiten in dem Schacht "Karl Marx" in dem Ort Jenakiewo war es am Morgen rund 1000 Meter unter Tage zu einer schweren Methangasexplosion gekommen. In einem Rennen gegen die Zeit versuchten Rettungsmannschaften, die Männer zu bergen. Die Kohlegruben in der Ukraine gehören wegen mangelnder Sicherheitsvorkehrungen zu den gefährlichsten weltweit.

Die rund 200 Einsatzkräfte arbeiteten mit Hochdruck, weil sich der Schacht zunehmend mit Grundwasser fülle und nur wenig Zeit bleibe, sagte Vizeregierungschef Alexander Turtschinow am Abend an der Schachtanlage. Die Helfer seien bis in eine Tiefe von 625 Metern vorgedrungen, danach seien die Wege blockiert. "In 700 Metern Tiefe waren Stimmen zu hören", sagte Turtschinow. Das Fernsehen zeigte Bilder von Familienangehörigen, die weinten und verzweifelt beteten.

Mine war zur Schließung vorgesehen

Die Detonation sei so stark gewesen, dass Fensterscheiben in Gebäuden an der Erdoberfläche zu Bruch gingen, berichteten Augenzeugen. Durch die Wucht seien auch das unterirdische Luftversorgungssystem sowie die übrige Infrastruktur zusammengebrochen. Die Mine war nach Angaben der Betreiber am Samstag aus Sicherheitsgründen zur Schließung vorgesehen, weshalb sich nicht mehr so viele Arbeiter wie sonst dort aufhielten. Die Kumpel wollten die letzten Vorkehrungen für die Schließung treffen.

Die Regierung hat wegen der zahlreichen Grubenunglücke mit vielen Toten in den vergangenen Monaten Dutzende Schächte schließen lassen. Jedes Jahr sterben Hunderte Menschen bei Grubenexplosionen. Bei der schwersten Bergwerks-Katastrophe des Landes waren Mitte November 2007 in der Anlage Sassjadko in der ostukrainischen Stadt Donezk 101 Kumpel gestorben. (jam/dpa)

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