• Ultraschallgerät "Dazer" schützt vor Beißattacken - vor allem Jogger und Hundebesitzer nutzen es

Welt : Ultraschallgerät "Dazer" schützt vor Beißattacken - vor allem Jogger und Hundebesitzer nutzen es

jago

Bisher hat es sich fast nur bis zu Joggern und Hundebesitzern herumgesprochen - dabei gibt es längst effektive Mittel, mit denen man sich wild gewordene vierbeinige Kampfmaschinen vom Leibe halten kann. Für jeden, der über 18 ist, bieten Jagdgeschäfte, aber auch Tabakläden Pfefferspray an. Zum Preis von 16 bis 36 Mark kann man damit, so verspricht es die Eigenwerbung, "angreifende Tiere in Sekundenschnelle" abwehren. Das Prinzip ist in etwa das Gleiche wie bei dem weitaus bekannteren CS-Gas. Aus einer Entfernung von bis zu vier Metern sprüht man das Spray dem Hund entgegen, worauf dieser sich, für ein paar Sekunden sehunfähig, kampflos zurückzieht. Pfefferspray bleibt ohne Nachwirkungen.

Die professionellere, aber auch teurere Methode, angreifende Vierbeiner zu stoppen, bietet der sogenannte "Dazer": Das handliche Ultraschall-Gerät, etwa in der Größe eines Mobiltelefons, sendet auf Knopfdruck einen Hochfrequenzton aus, der für den Menschen nicht zu hören, für den Hund aber unerträglich ist. Von dem Ton geschockt, so erklärt Katja Triebel, Inhaberin des Jagdgeschäftes "Triebel" in Spandau, könne der Hund "mindestens ein paar Sekunden lang nichts anderes mehr tun als mit dem Kopf zu wackeln." Das Gerät, das in Deutschland für knapp hundert Mark erhältlich ist, hat sich in Kanada längst durchgesetzt: Dort wurden sozusagen serienmäßig alle Postzusteller mit dem "Dazer" ausgestattet.

Nach Angaben Triebels kaufen in Berlin fast ausschließlich Hundebesitzer den "Dazer": "Die meisten unserer Kunden sind über 60 und haben einen Pudel oder Dackel, um den sie Angst haben. In den allermeisten Fällen ist auch schon einmal etwas passiert." Vor allem in der nahe gelegenen Gatower Heide würden immer wieder kleine Hunde von Größeren, die unangeleint und scheinbar völlig unkontrolliert durch die Gegend liefen, angefallen. "Die Hundehalter haben sich geändert", sagt Triebel, "vor 15 Jahren sind die Leute noch verantwortungsvoller mit ihren Hunden umgegangen." Pfefferspray, so berichten übereinstimmnd Katja Triebel und eine Sprecherin der Tabakwaren-Kette "Boenicke", werde bisher vor allem von Joggern gekauft.

Pfefferspray wird allerdings nicht nur gegen Hunde, sondern auch gegen Menschen eingesetzt. Im Juni diesen Jahres beschloss die Innenministerkonferenz, die Polizei bundesweit damit auszustatten. In Baden-Württemberg läuft seit Juli in zehn Städten ein Modellversuch. Die Polizei geht davon aus, dass die Wirkung von Pfefferspray länger anhält als die von CS-Gas und dass es punktgenauer eingesetzt werden kann.

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