Umfrage : Wenig Verständnis für Hermans Frauenbild

Tagesschau-Sprecherin Eva Herman stößt mit ihrer Auffassung von der Rolle der Frau in weiten Teilen der Bevölkerung sowie bei prominenten berufstätigen Müttern auf Ablehnung.

Hamburg - Drei Viertel der Deutschen halten Hermans Frauenbild für falsch und überholt, ergab eine in der Zeitschrift "Frau im Spiegel" veröffentlichte Forsa-Umfrage. Mit 92 Prozent war die Ablehnung besonders in den neuen Bundesländern groß. Forsa hatte bundesweit 995 Frauen und Männer befragt. Herman, selbst Mutter eines Sohnes, hatte gefordert, Frauen sollten sich wieder mehr auf Kinder als auf die Karriere konzentrieren. Wenn sich Frauen neben der Familie noch im Beruf verwirklichen wollten, gehe dies oft zu Lasten der Söhne und Töchter, bemängelte sie. Im September sollen die Thesen der Nachrichtensprecherin und Moderatorin in ihrem Buch "Das Eva-Prinzip - Für eine neue Weiblichkeit" veröffentlichen werden.

Die evangelische Landesbischöfin von Hannover und Mutter von vier Kindern, Margot Kässmann, sagte der Illustrierten "Bunte": "Die These von Frau Herman, berufstätige Frauen seien schuld, dass keine Kinder mehr geboren werden, ist schon statistisch falsch." Schließlich sei nachgewiesen, dass mehr Männer als Frauen aus Bindungsangst keinen Nachwuchs wollten. Journalistin und Bestsellerautorin Amelie Friedman sagte der Zeitschrift: "Wenn Frau Herman behauptet, dass berufstätige Mütter verhaltensauffällige Kinder haben, stelle ich dazu fest: Verhaltensauffällig finde ich höchstens Eva Herman." Wer selbst "alles drangesetzt hat, trotz Kind Karriere zu machen und dann auf Frauen einschlägt, die berufstätig sind, disqualifiziert sich selbst", kritisierte die 47-jährige Mutter zweier Kinder. (tso/AFP)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben