Umstrittenes Verbot : Paintballer gründen eigene Partei

Die Spieler wollen mit der Parteigründung ein Verbot ihres Sports verhindern. Falls die große Koalition tatsächlich ein Paintballverbot beschließt, wollen sie Verfassungsbeschwerde einlegen.

BerlinDie Interessenvertretung ProPaintballsport will mit einer eigenen politischen Bewegung einem Verbot der Sportart entgegenwirken: "Aus aktuellem Anlass haben wir uns entschieden, eine Partei zu gründen“, sagte der Anwalt der Interessenvertretung, Dirk Baumann, am Montag der Nachrichtenagentur ddp. Es werde ein Antrag beim Bundeswahlleiter gestellt, um die Partei genehmigen zu lassen. Dieser Prozess wird laut Baumann "einige Wochen“ dauern. Ein Gesetz, das Paintball verbiete, würde dann auch mittelbar einem Parteiverbot gleichkommen, argumentierte Baumann. "Das wäre nicht mit dem Grundgesetz vereinbar“, sagte er. Sollte die große Koalition das Verbot beschließen, werde man auch Verfassungsbeschwerde und eine Beschwerde vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte einlegen, sagte der Rechtsanwalt. Der Jurist beruft sich dabei unter anderem auf das Recht auf freie Persönlichkeitsentfaltung.

Wegen des Amoklaufs von Winnenden will die Bundesregierung Paintball verbieten. Bei diesem Sport beschießen sich die Spieler mit Farbkugeln. Kritiker des Verbots weisen darauf hin, dass die Regierung dem Sportschützenmilieu, aus dem der Amokläufer kam, die scharfen Schusswaffen belasse, während ein ungefährliches Spiel mit Farbkugeln verboten werden solle. Dieser Sport, der auf privatem Gelände gespielt werde, habe mit Amokläufen nichts zu tun. ddp

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