Umwelt : Ölkatastrophe vor Südkorea

Der Tanker "Hebei Spirit" ist vor der Küste Südkoreas mit einem Frachtkahn kollidiert. Mehr als 10.000 Tonnen Öl sind bereits ins Meer gelaufen. Dem Land droht die schlimmste Ölkatastrophe seiner Geschichte.

Südkorea
Die "Hebei Spirit" verliert tonnenweise Öl im Gelben Meer. -Foto: AFP

SeoulEin Tankerunglück vor der Küste Südkoreas hat zur schlimmsten Ölkatastrophe in der Geschichte des Landes geführt. Nach einer Kollision des in Hongkong registrierten Schiffs "Hebei Spirit" mit einem Frachtkahn liefen mindestens 10.000 Tonnen Öl ins Gelbe Meer, wie das südkoreanische See- und Fischereiministerium in Seoul mitteilte. Demnach war der Ölteppich bereits fünf Kilometer lang und bedrohte Meeresfarmen. "Wir befürchten eine Umweltkatastrophe", sagte Ministeriumsmitarbeiter Kim Jong Sik. Noch immer tritt Öl aus drei Löchern in dem einwandigen Tanker aus.

Die "Hebei Spirit" hatte insgesamt rund 15.000 Tonnen Öl geladen. Sie lag in der Nähe eines Nationalparks vor Mallipo rund 90 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Seoul vor Anker, als der Frachter sie rammte, und war auf dem Weg nach Daesan, wo sie ihre Ladung löschen wollte. Der Frachtkahn wurde von einem anderen Schiff geschleppt. Laut Kim waren lose Abschleppseile möglicherweise der Grund für das Unglück. Die Nachrichtenagentur Yonhap berichtete, das Abschleppseil sei bei starkem Wind und Seegang gebrochen.

Explosionsgefahr behindert Bergung

Schwimmende Barrieren sollten verhindern, dass sich der Ölteppich bis zur Küste ausbreitet. Je nach Dünung könne Öl solche Barrieren jedoch manchmal überwinden, sagte Kim. Zur Eindämmung der Katastrophe wurde ein Krisenstab eingerichtet. An den Rettungsarbeiten waren rund 40 Schiffe und vier Hubschraubern beteiligt. Zudem wurden mehrere Dutzend weitere Schiffe aus anderen Gegenden angefordert. Starker Wind und Explosionsgefahr behinderten nach Ministeriumsangaben jedoch die Bergungsarbeiten.

Beim bisher schlimmsten Unglück dieser Art in Südkorea hatten 5000 Tonnen Öl 1995 die Südküste des Landes verschmutzt und einen Schaden von rund 33 Millionen Euro verursacht. Damals war ein Schiff auf einen Felsen gelaufen. (küs/AFP)

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