Umweltbelastung : CO2-Werte steigen auf Rekordniveau

Die Belastung der Erdatmosphäre mit Kohlendioxid ist im vergangenen Jahr auf ein Rekordniveau gestiegen.

Paris - Die Emissionen hätten sich um nochmals zwei Prozent auf 8,7 Milliarden Tonnen erhöht, berichteten Klimaforscher des Global Carbon Project (GCP) in der Fachzeitschrift „Nature Geoscience“ am Dienstag. Grund für den weiteren Anstieg seien der steigende Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) durch Schwellenländer wie China. Ein großer Teil entstehe dabei jedoch durch die Herstellung und den Export von Gütern, die von den reichen Nationen gekauft würden, heißt es in dem Bericht.

Die weltweiten Emissionen hätten im vergangenen Jahr 29 Prozent höher gelegen als noch im Jahr 2000 und 41 Prozent höher als 1990, dem Referenzjahr des UN-Kyoto-Protokolls, erklärte das Global Carbon Project, dem mehr als 30 Klimaexperten angehören, wenige Wochen vor dem Weltklimagipfel in Kopenhagen. Die Luftverschmutzung bewege sich damit weiter innerhalb der Szenarien mit dem höchsten CO2-Ausstoß, die durch den Weltklimarat IPCC zur Vorhersage der Erderwärmung erstellt worden seien. Nach dem sogenannten A1F1-Szenario des Klimarates wird die Erdtemperatur bis zum Jahr 2100 um vier Grad steigen, was die Vernichtung von Arten, Überflutungen, Trockenheiten, Hungerkatastrophen und die Vertreibung vieler Menschen aus ihren Wohngebieten zur Folge haben werde.

Schwellen- und Entwicklungsländer seien seit 2005 die größten Verursacher von Kohlenstoff-Emissionen, hieß es in dem GCP-Bericht. Besonders stark nimmt laut den GCP-Experten die Belastung der Erdatmosphäre durch die Verbrennung von Kohle zu. Der Anteil der Abholzung von Wäldern durch Brandrodung an der Luftverschmutzung sei unterdessen im vergangenen Jahr gefallen.

Die Kapazität von Wäldern und Ozeanen, einen Großteil des durch den Menschen erzeugten Kohlendioxids aufzunehmen, halte derweil mit den wachsenden Verschmutzungsmengen nicht mehr Schritt, erklärten die Forscher um GCP-Chef Pep Canadell von der australischen Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation (CSIRO). Für dieses Jahr rechnen die GCP-Forscher wegen der Auswirkung der Wirtschafts- und Finanzkrise mit einem Rückgang der CO2-Emissionen um 2,8 Prozent, warnen aber davor, dass der Ausstoß von Kohlendioxid mit der Rückkehr zu normaler wirtschaftlicher Aktivität wieder ansteigen könne, wenn es auf dem Klimagipfel in Kopenhagen nicht zu einer deutlichen Begrenzung komme. Ab dem 7. Dezember will die internationale Gemeinschaft sich auf ein Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll zur Senkung der Treibhausgase ab 2013 einigen. AFP

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