Umweltkatastrophe : Giftflut zieht an Chinas Grenzregion vorbei

Die Giftflut in China scheint sich in ihrem Verlauf abzuschwächen. Das Grenzgebiet zu Russland auf dem Fluss Songhua in Nordostchina ist bisher nicht so schwer betroffen wie zuvor die Millionenstadt Harbin.

Peking/Moskau - In der Stadt Jiamusi und anderen Kreisen berichteten die Behörden am Mittwoch, dass die Wasserversorgung nicht unterbrochen werden müsse, weil meist Grundwasser für ihr Leitungswasser benutzt werde. Flusswasser wurde an einigen Orten wie im Kreis Mulan nur für Heißwasserheizungen genommen. Umweltexperten untersuchten aber den Schaden für die Fischpopulation, die Auswirkungen auf die Trinkwasserversorgung auf dem Lande, die Fischzucht und Rückstände in landwirtschaftlichen Produkten, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua.

Die Wassermassen mit hohen Konzentrationen von Benzol und Nitrobenzol sollen am Samstag Jiamusi erreichen, bevor sie an der Grenze zum Fernen Osten Russlands in den Amur fließen. China will Russland mit Ausrüstung helfen, um die drohende Wasserverschmutzung in dem Strom zu messen.

Die nach einem Chemieunfall am 13. November in Jilin verschmutzten Wassermassen, die in Harbin vier Tage die Wasserversorgung unterbrochen hatten, sollen zwischen dem 6. und 11. Dezember Chabarowsk, die 600.000 Einwohner zählende Grenzstadt Russlands, erreichen. Eine russische Delegation informierte sich in Harbin über die Vorkehrungen und die Filterung des verschmutzten Wassers mit Aktivkohle, wie die «China Daily» berichtete.

Der Giftteppich könnte die Stadt Charabowsk zwingen, die Wasserversorgung für drei Tage zu unterbrechen, hieß es. Bei Messungen im Amur sind bislang noch keine Gifte aus der Explosion der chinesischen Chemiefabrik nachgewiesen worden, teilte der russische Zivilschutz in Chabarowsk des Landes mit. In Nischneleninskoje, dem ersten größten russischen Ort nach der Mündung des Songhua in den Amur, wird der Giftteppich zwischen dem 6. und 8. Dezember erwartet. (tso/dpa)

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