Umweltkatastrophe in den USA : Tausende Liter Öl töten Hunderte von Tieren

In San Fransisco sind mehr als 700 Helfer unterwegs, um den Folgen einer gewaltigen Ölkatastrophe entgegen zu wirken. Mit wenig Erfolg. Mehrere Hundert Vögel starben bereits, auch andere Meerestiere sind potenziell bedroht.

Ölkatastrophe in Bucht von San Francisco
Knapp 400 vom gefährlichen Öl befallene Vögel konnten von den Helfern gerettet werden. -Foto: dpa

Die Ölkatastrophe in der Bucht von San Francisco nimmt immer größere Ausmaße an. Bis zum Sonntag haben Tierschützer und Reinigungstruppen knapp 400 verölte Vögel lebend geborgen. 171 Tiere starben bereits durch die Ölverschmutzung. Die Zahlen dürften bei der auf Monate angesetzten Säuberung drastisch steigen, so die Befürchtung von Umweltschützern. Auch Robben und andere Meerestiere seien bedroht.

46 Boote und mehr als 700 Helfer waren am Wochenende im Einsatz, um den klebrigen Ölteppich einzudämmen und verschmutze Strände zu säubern, berichtete der "San Francisco Chronicle". Gegen die Betreiber des leckgeschlagenen Frachters "Cosco Busan" wird strafrechtlich ermittelt. Das Schiff hatte am Mittwoch einen Pfeiler der Bay Bridge zwischen San Francisco und Oakland gerammt. Die Küstenwache vermutet menschliches Versagen.

Mehr als 220.000 Liter Öl liefen in das Meer

Seit dem Unfall sind mehr als 220.000 Liter Öl ausgelaufen, nur 75.000 Liter der klebrigen Masse konnten bisher abgeschöpft werden. Zwei Dutzend verschmutzte Stadtstrände und Abschnitte entlang der Pazifikküste blieben auch am Wochenende für Besucher gesperrt. Viele Menschen, die mit Müllsäcken und Schaufeln beim Reinigen helfen wollten, wurden von den Stränden verwiesen. Den Behörden zufolge sollten sie den Kontakt mit dem übelriechenden Öl vermeiden. Dies führte an einigen Stränden zu hitzigen Diskussionen.

Reinigung startete erst Stunden nach der Katastrophe

Der gebürtige Österreicher Sigward Moser, der an dem malerischen Muir Beach wohnt, hatte rasch 30 Nachbarn mobilisiert, als am Freitagnachmittag das erste Öl anschwemmte. Zusammen füllten sie 500 Müllsäcke mit der klebrigen Masse, bis ein Mitarbeiter von Nationalen Park Service Einhalt gebot und die Anwohner vom Strand wegschickte. Moser widersetzte sich. "Das traurige dabei ist, dass ich mit einer Waffe bedroht und mir Handschellen angelegt wurden", sagte der 45 Jahre alte Kommunikationsspezialist der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Es habe Stunden gedauert, bis von offizieller Seite mit der Reinigung begonnen wurde. Moser droht nun eine Anklage wegen Missachtung von Bundesvorschriften. (mit dpa)

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