Umweltschutz : Plastiktüten in Ostafrika verboten

Selbst in der Massai Mara, dem berühmtesten Nationalpark Kenias, hängen Plastiktüten in den Bäumen. Das soll sich ändern.

Berlin - Selbst in der Massai Mara, dem berühmtesten Nationalpark Kenias, hängen Plastiktüten in den Bäumen. Die Folien sind überall. Das ist in Uganda kaum anders. Deshalb sind die Finanzminister Ugandas und Kenias nun dem Vorbild ihrer Kollegen in Ruanda und Tansania gefolgt, die 2005 und 2006 Plastiktüten verboten haben. Seit dem 14. Juni sind sie in Kenia verbannt, vom 1. Juli an sollen sie in Uganda verschwinden.

Die Plastiktüten sind ein ernstes Umweltproblem. Sie sind nahezu unzerstörbar, blockieren Abwasserkanäle, enden in den Mägen von Wildtieren. Und in den Slums von Kenias Hauptstadt Nairobi werden sie dazu verwendet, Exkremente einzupacken, die dann im Nairobi-Fluss landen. In diesem Fall ist es mit dem Verbot der Tüten nicht getan. In den Slums müssten dringend Toiletten gebaut werden. Aber mit solch anrüchigen Investitionen ist kaum ein Blumentopf zu gewinnen, weder bei den Politikern, die schon mitten im Wahlkampf stecken – Ende des Jahres wird gewählt – noch bei internationalen Hilfsorganisationen. Trotzdem ist das Verbot der Plastiktüten ein Anfang. Denn es zwingt die Produzenten zuminedst, biologisch abbaubare Tüten auf den Markt zu bringen. Und vielleicht gehen die Menschen in Kenia und Uganda demnächst mit Jutetaschen zum Einkaufen – wie in Deutschland in den achtziger Jahren, als Plastiktüten nicht mehr umsonst zu haben waren. deh

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