Umweltschutz : San Francisco verbietet Plastiktüten

Die kalifornische Metropole San Francisco hat als erste amerikanische Stadt Plastiktüten aus ihren Supermärkten verbannt. Ein Schritt gegen die wachsenden Müllberge, doch die Kunden reagieren nicht alle mit Verständnis.

San FranciscoIn großen Lebensmittelläden sind jetzt nur noch Stoff- und Papiertüten und andere biologisch abbaubare Produkte erlaubt. Nur kleine Geschäfte müssen sich nicht an die strikten Auflagen halten, die der Stadtrat im Frühjahr beschlossen hat. Die Stadt will damit der drohenden Umweltkatastrophe durch Plastikabfälle entgegenwirken. Die Tüten lassen unter anderem die Abfallhalden wachsen und verschmutzen als Plastikmüll die Meere, hieß es zur Begründung.

US-Supermärkte geben beim Lebensmittelkauf kostenlos dünne Plastiktüten oder wahlweise Papiertüten an ihre Kunden aus. Allein in San Francisco wurden im vergangenen Jahr 180 Millionen Plastiktüten verteilt. Sarah Hillman hatte heute ihre eigenen Stofftüten beim Einkaufen im "Andronicos"-Supermarkt dabei. "Ich wusste gar nicht, dass der Plastiktütenbann heute beginnt", sagte die junge Mutter. Sie sei schon im letzten Jahr auf Stoff umgestiegen. Doch es gibt auch andere Reaktionen: "Viele Leuten haben heute noch Plastik verlangt und waren dann sauer, als es nur Papiertüten gab", erzählt die Angestellte Maria Gayser, die den Kunden an der Kasse beim Einpacken hilft. "Auf lange Sicht eine gute Idee, aber die Umstellung ist recht lästig und wird vielen schwer fallen", glaubt Gayser.

Drogeriemärkte in San Francisco müssen in sechs Monaten von Plastik auf Papier umschwenken. Verstöße gegen die neuen Vorschriften werden mit Strafgeldern in Höhe von 100 Dollar bis zu 500 Dollar für Wiederholungstäter belegt. Der Stadtabgeordnete Ross Mikarimi hatte den Gesetzesvorschlag eingereicht, nachdem eine Absprache zur freiwilligen Reduzierung der Plastiktüten gescheitert war. Mit der neuen Regulierung will die Stadt indirekt den Verbrauch von 1,7 Millionen Litern Öl einsparen und 1,4 Tonnen Plastik-Müll im Jahr vermeiden. San Francisco hofft zudem, dass die Initiative auch auf andere Kommunen abfärbt. So hat die Nachbarstadt Oakland bereits 2008 beschlossen, dem umweltfreundlichen Beispiel zu folgen. (mit dpa)

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