Umweltschutz : Signal für das grüne Gewissen

Vor 30 Jahren wurde der Blaue Engel als Umweltzeichen eingeführt. Angefangen hat die Erfolgsgeschichte, die heute Vorbild für andere Länder ist, mit Spraydosen.

Christine Knust

Der Blaue Engel steht seit 1978 für umweltfreundliche Produkte und ist 80 Prozent der Deutschen bekannt. Das älteste Umweltzeichen ist längst zur Marke geworden. Doch manche Hersteller, die damit eigentlich ihre Produkte auszeichnen könnten, bemühen sich nicht darum, einen Blauen Engel zu erhalten und damit zu werben: Bislang gibt es zum Beispiel nur ein Handy, welches sich um die Vergabe des Umweltzeichens beworben und es wegen seiner Strahlungsarmut erhalten hat – ein Kinderhandy. „Strahlungsarmut und Umweltentlastung sind für die Mobilfunkbranche keine Verkaufsargumente“, bedauerte Andreas Troge, Präsident des Umweltbundesamtes,am Dienstag auf einer Pressekonferenz. Auch sei es bisher nicht gelungen, einen Blauen Engel für lärmarme und kraftstoffsparende Reifen zu vergeben.

Edda Müller, „Mutter“ des Blauen Engels und stellvertretende Vorsitzende der Jury Umweltzeichen, betonte, dass der Blaue Engel stärker beworben werden soll: „Eine Vielzahl neuer Labels verwirrt die Verbraucher. Der Blaue Engel ist das neutralste und verlässlichste Umweltzeichen." Die Kriterien, ob ein Produkt so umweltentlastend ist, dass es den Blauen Engel tragen darf, sind streng: Nur 20 bis 30 Prozent der besten Produkte einer Kategorie können sich überhaupt mit dem Blauen Engel schmücken.

Angefangen hat die Erfolgsgeschichte des Blauen Engels, der heute Vorbild für andere Länder ist, mit Spraydosen: Jahre vor der Entdeckung des Ozonlochs und den internationalen Maßnahmen zur drastischen FCKW-Reduktion in den achtziger Jahren zeichnete der Blaue Engel umweltfreundliche Spraydosen aus. „Der Blaue Engel war der Auslöser für die Förderung von Alternativen“, sagte Troge. Heute tragen 10 000 Waren und Dienstleistungen den Blauen Engel – von Computern über Carsharing bis zu Milchaufschäumern und Matratzen. Jeder Verbraucher kann zum Umweltschutz beitragen: Ein Viertel der Treibhausgasemissionen in Deutschland wird durch private Haushalte verursacht. „Der Konsum von Produkten bestimmt unser tägliches Leben“, sagt Astrid Klug, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium. „Der Verbraucher braucht Entscheidungshilfen. Der Blaue Engel weist Verbrauchern den Weg zum umweltfreundlichem Verhalten.“

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