Umweltverschmutzung : Bei BASF gelangt giftige Chemikalie in den Rhein

200 Kilogramm des giftigen Stoffs Methylisothiocyanat haben den Rhein verunreinigt. Die Chemikalie stammte aus einem BASF-Werk.

LUDWIGSHAFENBei der BASF in Ludwigshafen ist über zwei Wochen hinweg ein giftiger Stoff in den Rhein geflossen. Folgen für die Gesundheit von Menschen könnten jedoch ausgeschlossen werden, teilte der Chemiekonzern am Freitag mit. Der Stoff Methylisothiocyanat (MITC) – ein Abbauprodukt des Mittels Dazomet, das unter anderem als Holzschutzmittel und zur Bodenentseuchung eingesetzt wird - war über das Kühlwassersystem einer Produktionsanlage in den Rhein gelangt.

Die Anlage sei abgestellt worden, teilte die BASF mit. Die genauen Hintergründe des Vorfalls würden derzeit noch untersucht. Nach ersten Berechnungen des Chemiekonzerns sind maximal 200 Kilogramm des Stoffes in den Rhein gelangt. MITC ist ein Biozid, ein Stoff, der Organismen abtötet.

Keine Gefahr für Mensch und Tier

Aufgrund der starken Verdünnung im Rhein habe auch keine Gefahr für Wasserorganismen bestanden. Die Behörden in Rheinland-Pfalz und in Nordrhein-Westfalen bestätigten, dass es keine Gefährdung für die Trinkwasserversorgung am Rhein gebe. An einer Rhein-Messstation bei Bad Honnef waren nach Angaben des nordrhein-westfälischen Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) seit Monatsanfang MITC-Werte ermittelt worden, die über der Nachweisgrenze von 0,05 Mikrogramm pro Liter lagen. An einzelnen Tagen lagen die Werte fast bei 0,7 Mikrogramm. Am 9. Oktober hatte die Behörde eine Suchanfrage wegen der erhöhten Konzentrationen herausgegeben.

Die BASF hatte nach eigenen Angaben daraufhin den Auslauf ihrer Kläranlage in den Rhein untersucht, ohne fündig zu werden. Daher wurde auch das Kühlwassersystem des Chemiekonzerns überprüft. Dort seien am Donnerstag erhöhte Werte festgestellt worden.

Eine ähnliche "Welle" des Stoffes hatte das Lanuv nach eigenen Angaben bereits im August im Rhein beobachtet. Damals seien die Konzentrationen allerdings deutlich niedriger gewesen. (sgo/dpa)

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