Unfallstudie : Haushalt gefährlicher als Verkehr

31.08.2012 16:49 Uhr
Wie können die Eltern von ihren Kindern erwarten, Helm zu tragen, wenn mehr als die Hälfte der Erwachsenen beim Radfahren nie oder selten einen trägt? Foto: dpa
Wie können die Eltern von ihren Kindern erwarten, Helm zu tragen, wenn mehr als die Hälfte der Erwachsenen beim Radfahren nie oder selten einen trägt? - Foto: dpa

Eine Studie zu Unfallrisiken kommt zu einem überraschenden Ergebnis: im Straßenverkehr verunglücken weniger Kinder als im Haushalt. Dennoch ist zum Beispiel das Radfahren für Kinder gefährlich – auch weil viele Eltern schlechte Vorbilder sind.

Der Straßenverkehr scheint für die meisten Eltern der unsicherste Ort mit dem größten Unfallrisiko zu sein. Einer aktuellen Studie der GfK Marktforschung im Auftrag des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zufolge glauben dies 85 Prozent der Befragten. Und 82 Prozent der Eltern gehen davon aus, dass das Unfallrisiko für ihr Kind zu Hause oder im Garten gering ist. Doch die Statistik sagt etwas deutlich anderes.

Jährlich verunglücken in Deutschland 1,7 Millionen Kinder unter 15 Jahren. Unfälle zu Hause oder in der Freizeit haben mit rund 60 Prozent daran den größten Anteil, belegt die GDV-Studie. Am gefährlichsten scheint es in der Küche zu sein.

Hier drohen Verbrennungen, Verbrühungen, Schnittwunden und Stürze. Im Straßenverkehr hingegen geschehen wesentlich weniger Unfälle. Lag die Quote der Verkehrsunfälle bei Kindern im Jahr 2010 noch bei knapp 16 Prozent, so sind es jetzt nur noch 14 Prozent. Bei Kindern mit einem Alter bis zu fünf Jahren liegt die Quote der Verkehrsunfälle mit sieben Prozent deutlich unter dem Mittel, bei Sechsjährigen und älteren sind es aufgrund der größeren Mobilität rund 21 Prozent.

Obwohl die Eltern die Gefahren im Straßenverkehr, und besonders das Radfahren, hoch einschätzen, sind sie allerdings selten Vorbild. Mehr als die Hälfte der Erwachsenen trägt beim Radfahren nie oder selten einen Helm. Zudem machen sich viele Eltern nicht klar, dass kleinere Kinder auch dann, wenn sie das Rad schon technisch beherrschen, dennoch nicht in der Lage, komplexe Situationen beim Radfahren voll zu erfassen, um adäquat zu reagieren. Erst ab etwa zehn Jahren sind Kinder in ihrer Wahrnehmung in etwa auf Erwachsenenniveau, so der GDV, und weist darauf hin, dass es besonders wichtig ist, dem Kind Risikokompetenz beizubringen. sppr

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