Unglück : 34 Tote bei Brückeneinsturz in China

Harald Maass[Peking]

Beim Einsturz einer neu gebauten Brücke, die in zwei Wochen als Touristenattraktion in Zentralchina eingeweiht werden sollte, sind 34 Menschen getötet und ebenso viele verletzt worden. Mindestens 30 Menschen werden noch vermisst. Am Abend waren 86 Überlebende geborgen worden. Die Ursache des Unglücks, das sich bereits am Montagnachmittag ereignet hatte, ist unklar. Das 328 Meter lange hohe Bauwerk im Landkreis Fenghuang (Provinz Hunan) brach ganz plötzlich zusammen, als die Arbeiter die Verschalungen der Betonträger entfernten.

Zu diesem Zeitpunkt waren 123 Arbeiter, die aus den Dörfern in der Umgebung angeheuert waren, auf der Brücke. Einige der Männer fielen 42 Meter tief in den Tuo-Fluss. „Wir hatten vor der Tragödie kein Anzeichen für ein Problem bemerkt“, zitierte Xinhua einen Mitarbeiter eines neben dem Unglücksort gelegenen Ausflugsparks. Die Brücke sollte eine Touristenattraktion werden und hatte deshalb vier dekorative Steinbögen. Die aus der Qing-Dynastie stammende Kleinstadt Fenghuang und die Umgebung ist wegen der Landschaft aus Reisfeldern und der Pfahlhäuser der ethnischen Minderheiten ein beliebtes Urlaubsziel.

1000 Retter durchwühlen die Erde nach Überlebenden

Das chinesische Staatsfernsehen zeigte Bilder von Bulldozern, die meterhohe Berge von Betongeröll und verbogenen Stahlverstärkungen durchwühlten. 1000 Rettungsarbeiter waren bis zur Nacht am Dienstag auf der Suche nach weiteren Überlebenden. „Ich bin mit meinem Mann auf dem Fahrrad gefahren, und wir waren gerade 50 Meter unter der Brücke durch, als sie zusammenbrach“, sagte eine Augenzeugin mit dem Familiennamen Wu.

Mangelhafte Statik und der Einsatz minderwertige Baumaterialien führen in China häufiger zum Einsturz von Gebäuden. Pekings Regierung veröffentlichte vergangenes Jahr einen Bericht, dem zufolge 6300 Brücken als gefährlich eingestuft wurden.

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