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Unglück in Textilfabrik in Bangladesch : Wie Bekleidungsfirmen Sicherheitsstandards prüfen

29.04.2013 16:44 Uhrvon
US-amerikanische und europäische Bekleidungsketten lassen zum Großteil in Süd-Ost-Asien produzieren. Nicht überall sind die Arbeitsbedingungen so gut wie in dieser Fabrik in China.Bild vergrößern
US-amerikanische und europäische Bekleidungsketten lassen zum Großteil in Süd-Ost-Asien produzieren. Nicht überall sind die Arbeitsbedingungen so gut wie in dieser Fabrik in China. - Foto: dpa

Europäische Modeketten ließen in der Textilfabrik in Bangladesch produzieren, die in der vergangenen Woche eingestürzt war und Hunderte mit in den Tod gerissen hatte. Einige Unternehmen prüfen die Sicherheitsstandards in den Zulieferbetrieben. Doch das reicht noch nicht.

Nach dem Unglück in der Textilfabrik in Bangladesch fordert unter anderem die Initiative „Clean Clothes“ die großen Bekleidungsketten auf, sich internationalen Abkommen zu unterwerfen, um die Arbeitsbedingungen im Land zu verbessern. Bisher haben die meisten Firmen nur eigene Richtlinien – doch nicht immer wird die Einhaltung kontrolliert.

Der britische Bekleidungsdiscounter Primark hat mittlerweile bestätigt, dass einer seiner Zulieferer im zweiten Stock des Gebäudes in Savar nahe Dhaka untergebracht war, das in der vergangenen Woche wegen erheblicher Baumängel eingestürzt war.

In den Trümmern wurden auch Label des spanischen Modehauses Mango gefunden, wie „Clean Clothes“ berichtet.

In der achtstöckigen Fabrik produzierten unter anderem die Firmen New Wave Bottoms, New Wave Style, Sanctum Apparels, Sanctum Tech und EverTex. Letztere lieferte in der Vergangenheit auch an C&A, wie ein Sprecher bestätigte. Die Geschäftsbeziehungen seien bereits 2011 beendet worden.

Als eines von wenigen Unternehmen veröffentlicht C&A regelmäßig einen Bericht über Sicherheitsstandards seiner Zulieferer. Allerdings sind 34 Mitarbeiter für die Überprüfung tausender Betriebe zuständig. 2011 wurden 1724 Zulieferer geprüft, bei 1124 wurden erhebliche Mängel festgestellt. In 157 Fällen stellte C&A die Zusammenarbeit ein. Das Unternehmen war erst vor drei Monaten in die Schlagzeilen geraten, als 112 Arbeiterinnen bei einem Brand in einer Textilfabrik in Bangladesch zu Tode kamen. Kik und C&A ließen dort produzieren.

Bisher haben lediglich die US-Firma PVH Corp (Calvin Klein und Tommy Hilfiger) sowie Tschibo das „Bangladesch Brandschutz- und Gebäudesicherheitsabkommen“ unterzeichnet. Es sieht regelmäßige Kontrollen der Fabriken vor. Große Modelabel wie Primark oder Benetton verweisen auf eigene Sicherheitsstandards, jedoch gibt es keine öffentlich zugänglichen Berichte, ob Prüfungen durchgeführt wurden.

Positiv stechen aus dem Bericht der „Clean Clothes“-Kampagne jene Firmen hervor, die sich in der „Fair Wear“-Stiftung organisiert haben. Darunter auch die deutschen Marken Schöffel, Jack Wolfskin und Vaude. Allerdings ist auch die Mitgliedschaft in der Stiftung für Verbraucher noch keine Garantie dafür, dass die betreffende Firma bereits überall fair produzieren lässt: „Wer Mitglied wird, verpflichtet sich dazu, nach unseren Zielvorgaben schrittweise auf die geforderten Standards hinzuarbeiten und die Fortschritte regelmäßig verifizieren zu lassen“, sagte eine Sprecherin. Fast alle Bekleidungsketten bekennen sich zumindest offiziell zu ihrer Verantwortung. Primark will nun „in der Region Hilfe leisten“, hieß es. Ob die Familien der Opfer finanziell unterstützt werden, ließ der Sprecher offen.

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