Unglück : Passagiermaschine stürzt im Kongo ab - viele Tote

Ein Flugzeug ist im Osten Kongos kurz nach dem Start abgestürzt. Die Lage am Unglücksort ist noch unübersichtlich. Einige Insassen der Maschine haben überlebt. Es werden jedoch mehr als 70 Todesopfer befürchtet.

Kongo Foto: AFP
Möglicherweise führte ein beim Start geplatzter Reifen zu dem Unglück. -Foto: AFP

Nairobi/GomaEin Passagierflugzeug ist am Dienstag im Osten Kongos in ein dicht bewohntes Gebiet gestürzt. Mindestens 78 Menschen sollen dabei ums Leben gekommen sein, wie der US-Nachrichtensender CNN unter Berufung auf das Außenministerium des zentralafrikanischen Landes berichtet. Fünf Menschen sollen das Unglück überlebt haben - sie konnten aus den brennenden Trümmern gerettet werden, sagte Kemal Saiki, Sprecher der UN Mission im Kongo (Monuc).

Über die Zahl der Passagiere an Bord der Maschine gab es widersprüchliche Angaben. So berichtete der kongolesische Rundfunksender Radio Okapi von 93 Menschen an Bord, ein Flughafensprecher sprach von 79 Passagieren und Crewmitgliedern.

Flugzeug geriet auf der Startbahn in Brand

"Ein Reifen platzte, wir alle konnten es (im Flugzeug) hören", sagte ein Überlebender in einem Rundfunkinterview. "Als das Flugzeug abstürzte, fiel ich zurück und fand eine Öffnung, so konnte ich frei kommen." Die DC-9 auf dem Weg von der Provinzhauptstadt Goma in die Hauptstadt Kinshasa sei noch auf der Startbahn in Brand geraten und in ein Markt- und Geschäftsgebiet gestürzt, sagte Kitoko Kabambi vom Internationalen Roten Kreuz (IKRK) in Goma. "Es ist ein dicht bevölkertes Gebiet, wir wissen noch nicht, wie viele Opfer es gab."

Saiki sagte, es gebe bisher keine Hinweise auf Todesopfer durch umherfliegende Trümmerteile im Absturzgebiet. Auch Anwohner des Flughafens sollen getötet worden sein. Ein Krankenhausvertreter aus Goma im Osten des Landes sprach von mindestens drei Toten. Monuc habe Feuerwehrleute und Soldaten zur Unglücksstelle geschickt, um bei den Bergungsarbeiten zu helfen. Die Unglücksmaschine gehört der kongolesischen Fluggesellschaft Hewa Bora, die wie alle anderen Fluglinien des Landes in der EU Start- und Landeverbot hat.

Veraltete Maschinen im Einsatz

Im Kongo sind zahlreiche technisch veraltete und unzureichend gewartete Flugzeuge im Einsatz. In dem riesigen Land mit schlecht ausgebautem Straßennetz gibt es rund 40 Fluggesellschaften. Immer wieder kommt es zu Flugzeugunglücken mit vielen Toten. Erst im Oktober war eine Passagiermaschine beim Start in ein Wohngebiet in Kinshasa gestürzt, Dutzende Menschen kamen ums Leben. (dm/dpa)

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