Unglück : Pipeline-Explosion in Nigeria fordert Todesopfer

Nach der Explosion einer Erdöl-Pipeline in der Nähe der nigerianischen Millionenmetropole Lagos herrscht Unklarheit über die Anzahl der Opfer. Vertreter des Roten Kreuzes sprechen von hundert Toten, die nigerianische Katastrophenschutzbehörde gab die Zahl der Toten mit 14 an.

LagosAm Ort der Explosion bemühten sich Feuerwehrleute derweil, eine Ausbreitung der Flammen zu verhindern. Das Feuer, das die ganze Nacht hindurch loderte, war nach Behördenangaben am Morgen unter Kontrolle. Die Einsatzkräfte seien aber aus Angst vor einem neuen Ausbruch des Brandes weiter vor Ort.

Der Sprecher der nigerianischen Katastrophenschutzbehörde sagte am Freitagmorgen, dass 14 Menschen ums Leben gekommen seien. Am Donnerstag wurden nach ersten Angaben zehn Leichen geborgen, darunter die eines zweijährigen Mädchens. Am Freitag seien vier weitere Leichen gefunden worden. Der Rotkreuzmitarbeiter Sule Mekudi hatte am Donnerstagabend gesagt, der Tod von etwa hundert Menschen sei bestätigt. Zudem seien 20 Verletzte ins Krankenhaus gebracht worden. Anwohner machten in der Nacht Angaben von zwischen zehn und 50 Todesopfern.

Feuerwehr versucht Brand einzudämmen

Die Feuerwehr versuchte am Freitag vor allem, die Ausweitung des Feuers auf eine nahe gelegene Benzin-Abfüllstation zu verhindern. Das Unglück ereignete sich am Donnerstag in unmittelbarer Nähe einer Grundschule im Vorort Ijegun nördlich von Lagos. Bei Straßenbauarbeiten fuhr ein Baggerfahrer versehentlich gegen die Pipeline. Durch das Loch lief Öl aus, es kam zu einer Explosion, ein riesiges Feuer wurde entfacht.

Die Unglücksstelle war mit Schuhen und Schultaschen der Kinder der nahe gelegenen Grundschule übersäht. Ein Anwohner berichtete, umstehende Menschen hätten die Bauarbeiter sogar vor der Pipeline gewarnt. Ein anderer Anwohner berichtete, als die Menschen vor den Flammen geflohen seien, hätten andere deren Häuser geplündert.

Nigeria ist der größte Erdölproduzent in Afrika. Pipeline-Brände sind keine Seltenheit, zum einen wegen ihres schlechten Zustands, zum anderen, weil sie von Dieben angezapft werden, die das Öl auf dem Schwarzmarkt verkaufen. Weihnachten 2007 starben 40 Menschen bei der Explosion einer angezapften Pipeline vor Lagos. Ein Jahr zuvor kamen 200 Menschen in einem anderen Stadtteil der Wirtschaftsmetropole bei dem Versuch ums Leben, sich mit Treibstoff aus einer ebenfalls heimlich angezapften Pipeline zu versorgen. (dm/AFP)

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