Unglück : Seniorin stirbt bei Torfkahn-Ausflug

Vor mehr als 100 Jahren waren Torfkähne das einzige Transportmittel im Moor. Später wurden sie zur Touristenattraktion in Norddeutschland. Jetzt wurde ein solches historisches Boot einer 70 Jahre alten Frau in der Nähe von Bremen zum Verhängnis.

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Helfer ziehen den vollgelaufenen Torfkahn an Land. -Foto: dpa

WorpswedeBei einem Torfkahn-Ausflug auf dem kleinen Fluss Hamme bei Worpswede ist eine Frau ums Leben gekommen, als das Boot kenterte. Vier weitere Menschen wurden verletzt. Eine 65-jährige Frau schwebt noch in Lebensgefahr. Wie ein Polizeisprecher mitteilte, wird gegen den 79 Jahre alten Bootsfahrer wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Weitere Torfkahnfahrten auf dem Fluss sind vorerst verboten. Zunächst wird nun das Unglücksboot untersucht. "Wir ermitteln in alle Richtungen", sagte Polizeisprecher Jürgen Menzel.

An Bord des Kahns waren 15 Mitglieder einer Seniorengruppe aus Bad Segeberg in Schleswig-Holstein. Bei windigem Wetter waren sie etwa 45 Minuten auf der Hamme unterwegs, als das Unglück kurz vor dem Anlegen passierte. Die Besatzung eines Motorschiffs entdeckte den gekenterten Kahn. Zwei Besatzungsmitglieder sowie Angestellte einer nahe gelegenen Gastwirtschaft sprangen ins Wasser, um die um Hilfe Schreienden zu retten. Torfkähne transportierten einst den begehrten braunen Brennstoff aus dem Teufelsmoor ins rund 25 Kilometer entfernte Bremen. (sf/dpa)

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