Unkontrollierte Tierliebe : Mit 339 Hunden unter einem Dach

Nicht bloß 101 niedliche Dalmatiner wie im Zeichentrick-Film - ganze 339 Hunde verschiedener Rassen hat ein Rentnerpaar in Ostfrankreich bei sich hausen lassen.

Nancy - Weil die Tiere völlig verwahrlost im Obergeschoss und im Speicher lebten, wurden sie vom Strafgericht Nancy zu Haftstrafen von zwei und vier Monaten auf Bewährung verurteilt. Außerdem müssen die beiden Halter insgesamt 4000 Euro an Bußgeldern zahlen, die drei Tierschutzvereinigungen - darunter der Stiftung Brigitte Bardot - zugute kommen sollen. Die Tierschützer traten vor Gericht als Zivilkläger auf.

Die Tiere, vorwiegend kleine Rassen wie Spitze, Yorkshire-Terrier und Chihuahuas, waren im September vergangenen Jahres in einer zweitägigen Aktion in Tierheime gebracht worden. Nachbarn hatten sich über den anhaltenden Gestank beschwert. In dem Haus in Marbache bei Nancy fanden die Beamten unvorstellbare Zustände vor: Die Hunde waren in den oberen Etagen seit Jahren eingepfercht und vermehrten sich ungestört. Sie waren gut genährt, kamen jedoch nie an die Luft und hausten unter verheerenden hygienischen Umständen in ihren eigenen Exkrementen. Viele von ihnen hatten Augenentzündungen und andere Krankheiten.

Den Ermittlungen zufolge hatten die Besitzer, ein Ehepaar in den Fünfzigern, vor acht Jahren etwa ein halbes Dutzend Hunde gekauft. Die Tiere bekamen im Laufe der Jahre immer mehr Nachwuchs. Der Anwalt der Frau sagte, seine Mandantin habe eine "ungezügelte Liebe" zu den Tieren entwickelt und sei der Lage nicht mehr gewachsen gewesen. Das Paar selbst hatte mit der Mutter des Mannes im Erdgeschoss gelebt. (tso/AFP)

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