Unruhen : Thailand im Aufruhr: Demonstranten blockieren Flughafen

Die Regierungsgegner in Thailand machen Ernst. Sie rufen zum "letzten Kampf" gegen die Regierung auf. Es kommt nicht nur zu Schusswechseln mit Anhängern von Ministerpräsident Somchai Wongsawat.

THAILAND-POLITICS-PROTEST
Die Regierungsgegner in Thailand machen Ernst. Sie rufen zum "letzten Kampf" gegen die Regierung auf. Es kommt nicht nur zu...Foto: AFP

BangkokRegierungsgegner in Thailand haben am Dienstag den Internationalen Flughafen von Bangkok weitgehend lahmgelegt. "Wir haben alle Abflüge gestoppt", sagte ein Flughafensprecher am Abend. Ankommende Maschinen wurden allerdings noch abgefertigt. Die Demonstranten wollten mit ihren Protesten die Rückkehr des umstrittenen Ministerpräsidenten Somchai Wongsawat verhindern, der am Mittwoch vom APEC-Gipfel in Peru zurück in Thailand erwartet wurde.

"Wir haben gesiegt"

Mit der Blockade des Internationalen Flughaferns hat sich die innenpolitische Krise in Thailand weiter zugespitzt. "Wir haben gesiegt", jubelte Oppositionsführer Chamlong Srimuang. Sein außerparlamentarisches Bündnis PAD versucht seit Wochen, Ministerpräsident Somchai zum Rücktritt zu zwingen. Schon während des Tages hatten Tausende die Zufahrtsstraßen zum Flughafen Suvarnabhumi blockiert. Sicherheitskräfte stellten sich ihnen entgegen. Es gelang ihnen jedoch nicht, die Demonstranten vom Flughafengelände und von der Startbahn fernzuhalten.

Bei den Auseinandersetzungen mit Regierungsgegnern sind derweil mindestens zehn Anhänger von Thailands Ministerpräsident Somchai Wongsawat verletzt worden. Nach Angaben der Polizei erlitten acht von ihnen Schussverletzungen, eins der Opfer wurde schwer verletzt. Die Auseinandersetzungen ereignete sich auf einer Zufahrtsstraße zu dem stillgelegten Flughafen Don Muaeng, wo die Regierung vorübergehend ihre Büros eingerichtet hat, nachdem das Parlamentsgebäude der Hauptstadt von den Demonstranten besetzt wurde. Die Anhänger Somchais seien von einem Kleinlastwagen aus beschossen worden, hieß es.

Ein Militärputsch kommt nicht in Frage

Das Oppositionsbündnis PAD wirft Regierungschefs Somchai vor, nur eine Marionette seines Schwagers, des vor zwei Jahren gestürzten Premierministers Thaksin Shinawatra, zu sein. Der frühere Ministerpräsident war wegen Amtsmissbrauchs zu zwei Jahren Haft verurteilt worden. Die Regierungsgegner forderten am Dienstag Armeechef General Anupong Paojinda auf, sich der Opposition anzuschließen und sich gegen die Regierung zu stellen. Beobachter meinen, die PAD wolle eine Krisensituation im Land schaffen, die zu einem Militärputsch führt. Der Armeechef ließ jedoch erklären, ein Militärputsch komme nicht in Frage. Es sei Aufgabe der Streitkräfte, politische Zusammenstöße und Anarchie zu verhindern. (ah/dpa/AFP)

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