Welt : Unter Kokainverdacht

Die Hamburger Staatsanwaltschaft ermittelt im Zusammenhang mit Kokain-Vorwürfen gegen den Veranstaltungsmanager Michael Ammer, der in den "Schickeria"-Kreisen der Hansestadt als "Partykönig" auftritt. Die Leitende Oberstaatsanwältin Marion Zippel bestätigte am Mittwoch einen entsprechenden Bericht der "Welt". Der 42-Jährige stehe im Verdacht, gegen das Betäubungsmittelgesetz verstoßen zu haben, sagte Zippel.

Ammers Name und seine Partys tauchten auch im Zusammenhang mit Kokain-Vorwürfen gegen den umstrittenen Innensenator Schill auf, der sich auf Ammers Partys vergnügt haben soll und zudem veranlasst haben soll, dass sich die Drogenfahnder auf die Heroinszene konzentrieren und die Kokainszene verschonen.

Die Kokain-Ermittlungen gegen Ammer beziehen sich auf einen anderen Prozess. Das 29-jährige Model Marina Hernandez hatte vor laufenden Fernsehkameras erklärt, Ammer habe ihr im Hamburger Szene-Lokal "Wollenberg" Kokain angeboten. Drogenfahnder des Landeskriminalamtes seien den Vorwürfen nachgegangen; daraufhin habe die Staatsanwaltschaft das Ermittlungsverfahren eingeleitet. Ammer stand damals vor Gericht, weil er das Model geschlagen haben soll, bevor es sich aus dem Fenster stürzte und schwerste Verletzungen erlitt. Bereits 1995 stand Ammer unter anderem wegen Kokain-Besitzes und sexueller Nötigung vor Gericht. Damals wurde Ammer zu 18 Monaten Haft auf Bewährung und 10 000 Mark Schmerzensgeld verurteilt.

Auf seinen Partys wird der stets gebräunte Ammer meist von Prominenten und Frauen begleitet, die er gerne als "Pistenhühner" bezeichnet. Der Musikproduzent Dieter Bohlen gehört ebenso zu Ammers Stammgästen wie "Tagesschau"-Sprecher Jens Riewa und Jenny Elvers; die Schauspieler Heiner Lauterbach und Til Schweiger sind häufig Gäste im abgetrennten VIP-Bereich.

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